Spannung

Rezension: Karin Slaughter – Pretty Girls

Eine Zeit lang hatte ich eine regelrechte Karin-Slaughter-Jilliane-Hoffman-Kathy-Reichs-Phase, die aber irgendwann wieder abgeklungen ist. Das ist nicht negativ gemeint, ganz im Gegenteil: Eigentlich möchte ich irgendwann alle Thriller der drei Autorinnen gelesen haben, aber dafür muss ich mir erst einmal einen Überblick verschaffen, welche Bücher mir schon bekannt sind und welche noch fehlen. Neulich habe ich „Pretty Girls” von Karin Slaughter geschenkt bekommen – vielleicht der Anfang meiner nächsten Thriller-Phase?

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Inhalt kurz zusammengefasst

Seit mehr als zwanzig Jahren müssen Claire und Lydia damit leben, dass ihre Schwester Julia spurlos verschwunden ist. Seit dem Verschwinden herrscht Funkstille zwischen den beiden Schwestern, deren Leben unterschiedlicher nicht sein könnten.

Lydia lebt in ärmlichen Verhältnissen mit ihrer Tochter zusammen; Claire in Wohlstand und Überfluss mit ihrem Partner Paul – bis dieser eines Abends in Claires Beisein auf offener Straße ermordet wird. Ausgerechnet an dem Datum des Verschwindens von Julia viele Jahre zuvor.

Während Claire versucht, herauszufinden, wer der Mann war, mit dem sie in einer langjährigen Beziehung lebte und den sie glaubte zu kennen, stößt sie auf immer mehr gruselige Ungereimtheiten aus der Vergangenheit.

Mit der Zeit nähert sie sich auch ihrer Schwester wieder an, bis sie gemeinsam in eine lebensgefährliche Falle tappen …

Wie war’s?

Für mich war es gelungener Wiedereinstieg in die Welt von Karin Slaughter. Das Hörbuch hat mich gefesselt, die Story gefiel mir und war nicht allzu vorhersehbar – wenn man schon einige Thriller gelesen hat, kennt man natürlich die „üblichen Tricks”, aber die Autorin hat sich nur an einem dieser bedient und ansonsten (mal wieder) einen überaus spannenden Thriller hingelegt. Er lebt von den sehr gut ausgearbeiteten Dialogen, lebensechten, abwechslungsreichen Charakteren sowie von immer neuen, größtenteils unvorhersehbaren Wendungen.

Besonders wer Karin Slaughters Thriller noch nicht kennt, sollte bedenken, dass diese oftmals sehr explizit und brutal sind. Ich empfand „Pretty Girls” sogar noch als deutlich brutaler als andere ihrer Thriller: Andeutungen sind eine Sache, aber sicherlich nicht die der Autorin. Sie schreckt weder vor blutigen Details noch vor Vergewaltigungsszenarien zurück. Wer in dieser Hinsicht zart besaitet ist, sollte „Pretty Girls” lieber links liegen lassen.

Alles in allem gefiel mir das Hörbuch gut, mein neues Lieblingsbuch von Karin Slaughter ist es aufgrund der masochistischen Schilderungen allerdings nicht geworden.

Infos zum Buch

Pretty Girls / Karin Slaughter / Übersetzer: Fred Kinzel / Sprecherin: Nina Petri / audio media Verlag / 2015 / 450 Minuten (gekürzte Fassung) / ISBN: 978-3956390753 / Preis: 12,99 Euro /

2 Comments
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2 Comments

  • Mona

    Liebe Inga,

    eine wirklich tolle Rezension die mir total Lust auf das Buch macht! Ich freue mich immer über tolle Buchtipps von dir!
    Und auch wenn du es bereits ganz oft gehört hast: Die Bilder auf deinem Blog sind unglaublich!

    Liebe Grüße
    Mona

    • schonhalbelf

      Hallo Mona, vielen Dank für den Lob, das freut und motiviert mich sehr! <3 Ich wünsche dir ganz viel Spaß mit „Pretty Girls”! 🙂

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  • Im Juli 2011 erschüttern die Anschläge in Oslo und auf der Insel Utøya Menschen weltweit. Sella fühlt sich in besonderem Maß betroffen, da die Tochter ihrer Nachbarn zu den Todesopfern gehört. Meine Gedanken zu diesem Roman findet ihr jetzt auf dem Blog. #schonhalbelf #vatermutterkim #eivindhofstadevjemo #luftschachtverlag (Unbeauftragte/unbezahlte Werbung)
  • „Manche Frauen betreten den Kreißsaal im Jahr 2019 und kommen im Jahr 1950 wieder raus.“ - ein Zitat, das nicht aus diesem Roman stammt, den Ausgangspunkt für die Geschichte jedoch ziemlich gut trifft. Alle Details zu „Jesolo“ von Tanja Raich findet ihr auf dem Blog. #schonhalbelf #Jesolo #tanjaraich
  • Wohnen ist meinen Augen eines DER Themen (nicht nur)  meiner Generation. Traurigerweise stellt sich für die meisten gar nicht mehr die Frage, wie sie wohnen möchten, sondern viel mehr, wie und wo sie überhaupt noch wohnen können. Dieser Thematik widmet sich auch Svenja Gräfen in ihrem zweiten Roman „Freiraum“. Ich freue mich, wenn ihr den Blogpost dazu lest! #freiraum #svenjagräfen #ullstein #ullsteinfünf (Unbeauftragte Werbung)
  • Man kann nicht alles mögen. Dieses Buch zum Beispiel. Ich hatte durch eine vorangegangene Empfehlung recht hohe Erwartungen, die aber leider nicht erfüllt werden konnten (Begründung gibt's auf dem Blog). Wer von euch hat es auch gelesen und wie hat es euch gefallen? #schonhalbelf #alleswasichweißüberdieliebe
  • Ein wenig habe ich mich hier ja schon mit euch über den Roman ausgetauscht und nun gibt‘s meine ausführliche Meinung auf dem Blog. 🙋🏼‍♀️ #dasverschwindenderstephaniemailer #joeldicker #schonhalbelf
  • Seite 78 von 293 und ich kann es kaum abwarten, heute Abend weiter zu lesen. Nach „Das Rauschen in unseren Köpfen“ war für mich klar, auch den zweiten Roman von Svenja Gräfen zu lesen. Auch „Freiraum“ handelt von der Liebe, viel mehr aber noch von der Frage, wie, wo und vor allem mit wem wir in Zeiten von Luxussanierungen und Wohnungsknappheit leben möchten. #freiraum #svenjagräfen #schonhalbelf #ullstein (Unbeauftragte Werbung)

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