Gegenwartsliteratur Liebe

Schwimmen von Sina Pousset

Schwimmen von Sina Pousset handelt von Sehnsucht, Freundschaft, der Liebe und dem Schmerz, den der Verlust eines geliebten Menschen mit sich bringt. Nach Das Rauschen in unseren Köpfen und Betrunkene Bäume ist es der dritte Roman von Ullstein Fünf, den ich in diesem Jahr gelesen habe.

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Inhalt kurz zusammengefasst

Milla und Jan kennen sich schon, seit sie Kinder sind. Sie hat zu ihm gehalten, ihn durch seine Kindheit ohne Mutter in der weißen kalten Villa des Vaters begleitet. Er hat sie vor allem anderen beschützt.

Mit dem Auftauchen von Kristina in Jans Leben ändert sich etwas zwischen den jungen Erwachsenen. Während es für Milla völlig in Ordnung war, andere Männer kennenzulernen, merkt sie durch Kristinas Anwesenheit plötzlich ganz sicher, wie sie eigentlich zu Jan steht.

Doch bei einem Gewitter während eines Urlaubs zu dritt kommt alles anders: Jan verunglückt tödlich, Milla und Kristina sind fortan allein. Doch sind es nur Milla und Kristina? Und gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Tod Jans und dem seiner Mutter?

Wie war Schwimmen?

Mit Schwimmen war es bei mir tatsächlich wie mit dem Schwimmen: Erst finde ich das Wasser, egal wie warm es ist, viel zu kalt und frage mich, wie man freiwillig hineinspringen kann. Nach ein paar Minuten und vielen Bewegungen mehr, bin ich überzeugt und möchte das Wasser am liebsten nicht mehr verlassen.

Sina Pousset entblättert in Schwimmen eine Geschichte über den Verlust des besten Freunds und der großen Liebe, wie man langsam alte Farbschichten von einem alten Möbelstück abträgt, das man in einer neuen Farbe streichen möchte. Langsam, sorgfältig, mal blättert nur ein wenig ab, dann bröckelt die Farbe plötzlich in großen Stücken wie Eisklumpen von einem schmelzenden Gletscher.

Ihre Sprache ist eindringlich, besteht oft aus kurzen Sätzen und verzichtet auf Anführungszeichen vor und nach direkter Rede. Ich musste mich wie oben angedeutet ein wenig in ihren Stil einfinden, aber je weiter ich kam, umso mehr gefiel er mir. Sina Pousset ist unglaublich nah an den Gefühlen ihrer Protagonisten und sorgt dafür, dass dem Leser deren Geschichte mindestens ebenso nahe geht.

Ein poetisches, schonungsloses Debüt zum Thema Trauer & Verlust, aber eben auch Leben & Liebe, das Lust auf mehr Worte dieser jungen Autorin macht.

Eine kurze Passage aus dem Buch

Die Zukunft bläht sich auf vor ihr und fällt wieder zusammen. Sie ist wie ein Abgrund, der sich auftut, nicht mehr wie ein Horizont. Sich vorstellen, wie die Zukunft wird, wie soll das auch gehen, ohne ihn.
(Sina Pousset, Schwimmen)

Infos zum Buch

Schwimmen / Sina Pousset / Ullstein Fünf / 2017 / 224 Seiten / ISBN: 13 9783961010073 / Preis: 18,00 Euro / Jetzt online kaufen* /

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3 Comments
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6. Januar 2018
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3 Comments

  • Neri

    Ich möchte „Schwimmen“ unbedingt noch lesen. Ich habe bisher nur Gutes gehört.

    Neri, Leselaunen

  • Saskia

    Ich brauchte zunächst auch etwas Zeit, mich in den Schreibtstil der Autorin einzufinden. Dann hat er aber eine regelrechte Sogwirkung auf mich gehabt!
    Liebe Grüße

    • schonhalbelf

      Mir ging es wie oben geschrieben auch so, es hat etwas gedauert, aber dann fand ich es richtig gut.

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  • Ich möchte heute den Spieß umdrehen: suche Buchtipps! Und zwar für die Allerkleinsten. 👶🏼 Könnt ihr mir schöne erste Bücher zum Vorlesen empfehlen? In diesem Bereich kenne ich mich nämlich noch absolut nicht aus und würde mich über erprobte Tipps freuen. #buchtipps #buchtippfürkinder #erstebücher
  • In den letzten Monaten ist meine Zeit sehr knapp geworden - ich möchte mich bei allen bedanken, die mir trotzdem die Treue halten! Es kommen auch wieder andere Zeiten und ich lese nach wie vor unglaublich gerne (wenn auch weniger). Momentan übrigens „Ich habe einen Namen“ von Chanel Miller; ein Buch, durch das man nicht mal eben rauscht, sondern dessen Sätze sacken können müssen. Bis ich es beendet habe, findet ihr aktuell meinen Blogpost „Housesitter“ von Andreas Winkelmann an oberster Stelle. #schonhalbelf #ichhabeeinennamen #housesitter
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  • „Manche Frauen betreten den Kreißsaal im Jahr 2019 und kommen im Jahr 1950 wieder raus.“ - ein Zitat, das nicht aus diesem Roman stammt, den Ausgangspunkt für die Geschichte jedoch ziemlich gut trifft. Alle Details zu „Jesolo“ von Tanja Raich findet ihr auf dem Blog. #schonhalbelf #Jesolo #tanjaraich
  • Wohnen ist meinen Augen eines DER Themen (nicht nur)  meiner Generation. Traurigerweise stellt sich für die meisten gar nicht mehr die Frage, wie sie wohnen möchten, sondern viel mehr, wie und wo sie überhaupt noch wohnen können. Dieser Thematik widmet sich auch Svenja Gräfen in ihrem zweiten Roman „Freiraum“. Ich freue mich, wenn ihr den Blogpost dazu lest! #freiraum #svenjagräfen #ullstein #ullsteinfünf (Unbeauftragte Werbung)

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