Spannung

Monika Feth – Der Sommerfänger

Nach langer (sehr, sehr langer, wenn ich so darüber nachdenke) Zeit habe ich mal wieder zu einem der „Jette-Thriller“ von Monika Feth gegriffen. 2003 bin ich mit Band 1 („Der Erdbeerpflücker“), dem wohl bekanntesten der Serie, eingestiegen und war sofort begeistert von der Kombination aus spannendem Fall, den Charakteren und vor allem von Monika Feths Schreibstil, der Spannung für mich genau so gut transportieren konnte wie die wohlige Stimmung, die an vielen anderen Stellen ihrer Erzählung herrschte. Sechs von sieben Bänden der Reihe habe ich gelesen, „Der Sommerfänger“ war mir aus unbekannten Gründen entgangen sein. Ihn zu lesen, habe ich jetzt nachgeholt. Hat von euch jemand einen der beiden „neuen“ Romy-Thriller gelesen? Sie klingen nach einer guten Alternative für die Leser der ersten Stunde, die mittlerweile wie ich alle den WG- und FSJ-Jahren, in denen Jette und ihre Freunde sich befinden, etwas entwachsen sind.

Inhalt kurz zusammengefasst

Zwei Jahre nachdem Jette sich unwissentlich auf eine Beziehung zu dem Mörder ihrer Freundin Caro eingelassen hat, ist sie frisch verliebt. Es ist ein ähnlich heißer Sommer wie damals. Die Beziehung mit ihrem neuen Freund Luke beginnt, sich allmählich zu festigen – bis Jette Lukes Mitbewohner ermordet in der Männer-WG auffindet und Luke spurlos verschwindet.

Wie war’s?

Natürlich könnte man jetzt kritisieren, dass es völlig unrealistisch ist, dass Jette innerhalb so kurzer Zeit schon wieder in einen Kriminalfall verwickelt wird. Oder dass sie schon wieder eine vermeintlich gefährliche Liebschaft eingeht. Aber darum soll es hier nicht gehen. Ich mag Monika Feths Thriller vor allem wegen ihrer bildhaften Sprache, die mir das Gefühl gibt, Jette und ihre Freunde seien alte Schulfreunde von mir, die ich nun endlich mal wieder getroffen habe und in einer spannenden Phase ihres Lebens begleite. Von allen ihren Thrillern, die ich bislang gelesen habe (und das sind ja doch einige), konnte mich „Der Sommerfänger“ jedoch am wenigsten überzeugen. Die Story war mir persönlich zu vorhersehbar und die typische und gute Feth-Spannung kam eigentlich erst im letzten Achtel des Thrillers auf. Davor zog sich die Handlung für meinen Geschmack streckenweise zu sehr und der Einblick in die Psyche des Täters bzw. Drahtziehers wiederum war mir nicht detailliert genug. Aber: Ich mag die Serie dennoch wirklich sehr gerne und kann sie euch empfehlen, auch wenn es sich eigentlich um Jugendbücher handelt. Der Sommerfänger scheint ein „Ausrutscher“ gewesen zu sein (und selbst das ist schon fast ein wenig hart ausgedrückt) und ich möchte nicht sagen, dass er mir nicht gefallen hat – nur eben am wenigsten von allen Büchern dieser Reihe. Das Erscheinen der beiden Romy-Thriller ging an mir vorüber, aber neugierig bin ich definitiv auf sie. Wenn ich sie gelesen habe, werde ich hier darüber schreiben.

Eine kurze Passage aus dem Buch

„Die Dinge wiederholen sich nicht, sagte ich mir. Es ist unmöglich. Aber war ich nicht wieder auf dem Weg in einen Wald? Wo ich in vollkommener Einsamkeit den Mann treffen wollte, in den ich verliebt war?“
(Monika Feth, Der Sommerfänger, Seite 349)

Infos zum Buch

Der Sommerfänger / Monika Feth / cbt / 2011 / 448 Seiten / ISBN: 978-3570307212 / Preis: 9,99 Euro /

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