Liebe

Die Nacht schreibt uns neu von Dani Atkins

Als ich auf der Suche nach einem neuen Hörbuch war, kam mir der Name Dani Atkins wieder ins Gedächtnis – ich habe schon öfter von ihren Romanen gehört und verbinde mit ihr eine doch recht große Fan-Gemeine, sodass ich beschloss, es einmal mit Die Nacht schreibt uns neu zu versuchen.

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Inhalt kurz zusammengefasst

Am Abend ihres Junggesellinnenabschieds widerfährt Emma etwas Schreckliches: Auf dem Rückweg verliert eine ihrer beiden besten Freundinnen die Kontrolle über das Auto, in dem sie zu dritt nach Hause fahren. Emma und Caroline überleben, für Amy kommt jede Hilfe zu spät. Ersthelfer am Unfallort ist ein Amerikaner namens Jack, der sich Tage später in Emmas Leben drängen und es auf den Kopf stellen wird.

Nach und nach muss Emma erfahren, dass ihr Verlobter Richard während einer Beziehungspause eine Romanze mit der verstorbenen Amy hatte – eine Tatsache, die Emma nicht aus ihrem Kopf verbannen kann und die letztlich zur Trennung der beiden führt. Währenddessen nimmt Jack eine immer wichtigere Rolle in ihrem Leben ein. Ist Emma dabei, einen großen Fehler zu begehen, indem sie sich auf den amerikanischen Autor einlässt?

Wie war Die Nacht schreibt uns neu?

Kurz vorweg: Ich kann mir gut vorstellen, dass einige von euch sich gerade fragen, wie es dieses Hörbuch auf meinen Blog geschafft hat, weil es auf den ersten Blick nicht zu den meisten anderen Büchern passt, die ich lese und hier vorstelle. Die Erklärung ist relativ simpel – ich höre Hörbücher zu 80 % zum Einschlafen (ein Hoch auf die „Wiedergabe stoppen”-Funktion) und brauche je nach Lebensphase manchmal einfach etwas Seichtes. Sowas wie comfort food nur für die Seele eben. Außerdem habe ich festgestellt, dass Krimis abends als Hörbuch einfach zu viel Aufmerksamkeit benötigen, die ich in der Einschlafphase in der Regel nicht mehr aufbringen kann, daher habe ich davon momentan ein wenig Abstand genommen.

Jetzt aber zu meiner Bewertung. Direkt vorab: Man muss wissen, worauf man sich einlässt. Und zwar auf eine dermaßen verkitschte Liebesgeschichte, dass sie selbst Nicholas Sparks als gefühlskalten Macho dastehen lasst (ja, von ihm habe ich auch schon Hörbücher gehört und ich habe sogar schon Romane von Nora Roberts und Cecelia Ahern gelesen, ob ihr es glaubt oder nicht). Ich habe per se nichts gegen Liebesgeschichten und ein bisschen Romantik, aber Die Nacht schreibt uns neu toppt wirklich alles an Kitsch, das ich bisher jemals gelesen oder gehört habe.

Ich habe ja eben bereits geschrieben, dass ich eine Heile-Welt-Hörbuch wollte und das habe ich bekommen. Wenn ihr eine richtige Feelgood-Geschichte hören oder lesen wollt, kauft euch das Hörbuch oder das Buch. Ich habe bekommen, was ich erwartet habe, somit werde ich es nicht schlecht bewerten. Eine Geschichte von Dani Atkins zu lesen und sich dann über Kitsch zu beschweren, kann ich vermutlich nicht bringen. Aber. Aber aber aber, die Sprache! Ich kann nicht beurteilen, ob es an der Übersetzung liegt oder im Original tatsächlich so ist, aber da hätte ich mir wirklich ein wenig mehr erhofft. Wenigstens ein paar schöne Vergleiche, zumindest aber ein bisschen mehr Kreativität in puncto Adjektive. Kein wörtliches Zitat, aber stellt es euch ungefähr so vor: „Ihre strahlend blauen Augen sahen in seine intensiv grünen Augen, die wie Smaragde schimmerten.” Strahlend blau. Smaragdgrün. Natürlich. Wie auch sonst?

Ich könnte mich noch ewig darüber auslassen, aber ihr versteht auch so, was ich meine. Wenn ihr eine wirklich kitschige Liebesgeschichte sucht: Das ist euer Roman. Wenn ihr auf jemanden wartet, der es schafft, das alte Thema Liebe auf eine kreative Art zu erzählen: Vergesst Die Nacht schreibt uns neu. Für mich scheint Dani Atkins leider nicht die richtige Autorin zu sein, oder kann mich jemand von euch überzeugen? Ist einer ihrer anderen Romane vielleicht viel besser als dieser? Dieser hier hat mich weder sprachlich noch inhaltlich überzeugen können. Zu vorhersehbar, zu kitschig und zu manipulativ – ich hätte es spannender gefunden, wenn man als Leser wenigstens Schwierigkeiten gehabt hätte, sich für einen der beiden Männer zu entscheiden, so ist aber von Anfang an klar, für wen man Sympathien hegen soll und wer offensichtlich der „Böse” ist.

Infos zum Buch

Die Nacht schreibt uns neu / Dani Atkins / Übersetzerin: Birgit Moosmüller / Gelesen von: Anna Carlsson / Argon Hörbuch / 2015 / 7 Stunden / ISBN: 978-3-8398-1436-9 / Preis: ca. 15,95 Euro / Jetzt online kaufen* / Verlagsinfo /

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  • Paris ist immer eine gute Idee von Nicholas Barreau

    […] seichtes Hörbuch zum Einschlafen zu finden. Nachdem ihr schon nachlesen konntet, dass ich von Die Nacht schreibt uns neu von Dani Atkins nicht sonderlich beeindruckt war, könnt ihr hier lesen, wie meine Suche […]

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  • Mal ehrlich: Ab und zu darf‘s auch mal was Seichtes sein. Unrealistisch? Klar. Kitschig? Auf jeden Fall. Aber eben auch einfach wahnsinnig entspannend. Der @piperverlag hat mich mit einem für mich neuen Roman von Nicolas Barreau überrascht, der genau richtig für verregnete stürmische Februartage war (gab es diesen Monat eigentlich einen Tag, an dem KATWARN keine Sturmflutmeldung für Hamburg herausgegeben hat?!). Alle Details zum Roman findet ihr auf meinem Blog. 🥐🥖💌 #schonhalbelf #nicolasbarreau #dieliebesbriefevonmontmartre (Unbeauftragte Werbung)
  • „Mit Schaf oder ohne?“ 🤪 Nina Sahm erzählt in „Tage mit Bumerang“ mit viel Bedacht Annus Geschichte, die durch eine unüberlegte Handlung ihren einzigen echten Freund verliert. Mit Humor, Optimismus und eben einer großen Portion Schaf beschreibt die Autorin, wie die Protagonistin schließlich Schritt für Schritt in ein neues Leben findet und den Weg aus der Krise meistert. Mehr dazu gibt’s wie immer auf dem Blog. #dietagemitbumerang #ninasahm #hanserverlag (Unbeauftragte Werbung)
  • GEOkompakt ist eine Zeitschrift, die ich bisher gar nicht im Blick hatte, bis @alexfluegel auf einen sehr interessanten Artikel („Warum es Eltern heute so schwer haben“) hingewiesen hat. Gesehen, besorgt und bisher nicht enttäuscht worden. Die Ausgabe ist übrigens bei Weitem nicht nur für Eltern interessant, sondern berichtet ganz losgelöst davon über neue psychologische Erkenntnisse in puncto familiäre Beziehungen und Dynamiken. (Unbeauftragte Werbung)
  • Es ist der Abend im Januar 2015, der alles verändert: Jener Samstagabend, an dem Chanel Miller ihre Schwester auf eine Verbindungsparty begleitet, die auf dem Campus der Stanford University stattfindet. Nachdem sie im Laufe der Party die Örtlichkeit verlassen hat, wird sie bewusstlos von Brock Turner, einem Studenten der Universität, vergewaltigt. Zwei zufällig vorbeikommende schwedische Männer werden Zeugen der Tat und halten Turner davon ab, zu fliehen. Doch das Schlimmste ist bereits geschehen. Mehr über Millers Geschichte findet ihr jetzt auf dem Blog. #ichhabeeinennamen #chanelmiller #chanelmillerknowmyname (Unbeauftragte Werbung)
  • In den letzten Monaten ist meine Zeit sehr knapp geworden - ich möchte mich bei allen bedanken, die mir trotzdem die Treue halten! Es kommen auch wieder andere Zeiten und ich lese nach wie vor unglaublich gerne (wenn auch weniger). Momentan übrigens „Ich habe einen Namen“ von Chanel Miller; ein Buch, durch das man nicht mal eben rauscht, sondern dessen Sätze sacken können müssen. Bis ich es beendet habe, findet ihr aktuell meinen Blogpost „Housesitter“ von Andreas Winkelmann an oberster Stelle. #schonhalbelf #ichhabeeinennamen #housesitter
  • Im Juli 2011 erschüttern die Anschläge in Oslo und auf der Insel Utøya Menschen weltweit. Sella fühlt sich in besonderem Maß betroffen, da die Tochter ihrer Nachbarn zu den Todesopfern gehört. Meine Gedanken zu diesem Roman findet ihr jetzt auf dem Blog. #schonhalbelf #vatermutterkim #eivindhofstadevjemo #luftschachtverlag (Unbeauftragte/unbezahlte Werbung)

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