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Betrunkene Bäume von Ada Dorian

Betrunkene Bäume von Ada Dorian ist das nach Das Rauschen in unseren Köpfen das zweite Buch, das ich von Ullstein fünf gelesen habe. Eine Freundin hat es mir geliehen, nachdem sie sehr begeistert von dem Roman war – sie sei sich aber nicht sicher, ob es mir auch gefalle, sagte sie.

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Inhalt kurz zusammengefasst

Betrunkene Bäume von Ada Dorian begleitet Erich beim Alt- und Katharina beim Erwachsenwerden (naja, im Fall von Katharina wohl eben nur ein bisschen, aber darauf gehe ich später ein).

Erich lernt der Leser vor allem über stetige Blicke in die Vergangenheit kennen: Während einer Forschungsreise durch Sibirien lernt er in jungen Jahren die Einheimische Dascha und ihr Baby Irina kennen. Er verliebt sich in Dascha und nimmt sie mit in die damalige DDR. Sie bekommen ein (zweites) Kind und leben mit einer Vereinbarung: Wenn Erich in Rente geht, zieht er mit Dascha in ihre sibirische Heimat zurück. Mehr verrate ich nicht.

Katharina hingegen ist ein junges Mädchen, das der Gefühlskälte, die zwischen ihren Eltern herrscht, entflieht und mittellos versucht, auf eigenen Beinen zu stehen. Über einen Kontakt kommt sie an eine Wohnung in Erichs Haus – eine Begegnung der beiden lässt nicht lange auf sich warten.

Wie war Betrunkene Bäume?

Es ist schade, weil ich so viele positive Stimmen zu dem Roman gelesen und gehört habe, aber Betrunkene Bäume von Ada Dorian und ich sind keine Freunde geworden. Ich weiß nicht, woran es lag, ob es vielleicht die riesige Begeisterung meiner Freundin war, die mich mehr hat erwarten lassen? Oder ob ich vielleicht auch einfach nicht in der Stimmung für dieses ruhige melancholische Buch war, während draußen das schönste Sommerwetter war, als ich es gelesen habe. Ich kann mich nicht zu mehr als einem „Ja, war nicht schlecht. So okay bis gut.” hinreißen lassen.

Es ist prinzipiell gut geschrieben, es ist kreativ, es hat spannende Protagonisten – aber irgendetwas fehlt mir. Stellenweise war ich von manchen Passagen wirklich begeistert, da kamen Zitate vor, die ich mir sofort notieren wollte. Darauf folgten aber wieder lange, lange Passagen, in denen ich nur weitergelesen habe, weil ich bei Büchern, die mir mit Empfehlung geliehen wurden, doch ein gewisses Pflichtbewusstsein habe und sie beende, auch wenn sie mir nicht so gut gefallen. Wobei das generell bislang eher selten vorgekommen ist.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass in Betrunkene Bäume vielleicht ein wenig zu viele Handlungsstränge untergebracht werden sollten, was leider dazu führt, dass alle Stränge immer nur recht oberflächlich behandelt werden. Das ist schade, weil die Geschichte mehrere wirklich einzigartige Ideen beinhaltet, die jedoch für mein Empfinden zu wenig zur Geltung kommen, weil sie einfach in der Masse untergehen.

Eine kurze Passage aus dem Buch

„Erich hatte beobachtet, wie all die persönlichen Dinge des alten Mannes aus dem Fenster geworfen wurden und mehrere Stockwerke darunter scheppernd in einem Container zerschellten. Eine Couch mit hellbraunem Samtbezug, diverse Schrankteile, ein alter Globus, unzählige Bücher, die wie Vögel im Sturzflug die Flügel öffneten.”
(Ada Dorian, Betrunkene Bäume, Seite 69)

Infos zum Buch

Betrunkene Bäume / Ada Dorian / Ullstein fünf / 2017 / 272 Seiten / ISBN: 978-3961010011 / Preis: 18,00 Euro / Jetzt online kaufen* / Verlagsinfo /

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schonhalbelf

  • Mlle Facettenreich

    Steht schon seit einigen Wochen auf meiner Leseliste und ich werde dem Buch auch weiterhin eine Chance geben. Allein auch wegen der Textpassage, die du zitierst. Habe bisher nur so schöne Passagen aus dem Buch gelesen und man soll sich ja immer selbst ein Bild machen. 😉

    14. September 2017 at 6:57 Antworten

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