Spannung

Wolf Haas – Brennerova

„Brennerova“ ist das erste Buch von Wolf Haas, das ich gelesen habe. Komplett im Zug übrigens. Geliehen bekommen habe ich es mit den Worten: „Ich habe nur ein paar Seiten gelesen. Mit dem Schreibstil komme ich wirklich gar nicht klar.“ Diese Info gepaart mit dem auffälligen Cover und dem Hintergrundwissen, dass Haas ehemaliger Werbetexter (wie ich) und mehrfacher Gewinner des Deutschen Krimipreises (an dieser Stelle unterscheiden wir uns überraschenderweise) ist, haben mich neugierig gemacht.

wolf-haas-brennerova-schonhalbelf-buch-kritik-rezension

Inhalt kurz zusammengefasst

Privatdetektiv Simon Brenner hat es diesmal gleich mit drei Frauen zu tun: Helga, seine ehemalige Lebenspartnerin, taucht wieder in seinem Leben auf. Dazu die Russin Nadeshda, die Brenner quasi rein zufällig auf einer Dating-Plattform kennengelernt hat. Die dritte im Bunde ist Serafima, Nadeshdas vermisste Schwester, die den Händen von Mädchenhändlern zum Opfer gefallen sein soll. Und apropos Hände: Als würden drei Frauen nicht reichen, schlägt sich Brenner zusätzlich mit zwei Paar abgehackten Händen und rätselhaften Tattoos herum.

Wie war’s?

Es war wie gesagt mein erster Brenner-Krimi und für mich eine Aneinanderreihung sprachlicher Entgleisungen. Sie sind Haas‘ Stilmittel, das respektiere ich, und es wird von vielen Lesern und Kritikern gefeiert. Aber mögen muss ich es nicht. Immer mal wieder dachte ich nach besonders humorvollen Stellen: „Ach ok, jetzt hat er mich. Ist ja doch ganz gut.“, um mich dann wieder seitenlang zu nerven – und auch der Handlungsverlauf war für mich nicht sonderlich spannend. Brenner, nimm es mir nicht übel, aber ich orientiere mich weiterhin lieber in Richtung Norden und widme mich deinen skandinavischen Kollegen.

Eine kurze Passage aus dem Buch

„Von einer weinenden Frau geht so eine ganz eigene Wärme aus, ob das körperliche Gründe hat oder seelische, das weiß ich nicht. Egal, ob Winter oder Sommer, das ist so eine spezielle Ausstrahlung, halb Wärme, halb Geruch, Betäubungsgewehr ist nichts dagegen.“
(Wolf Haas, Brennerova, Seite 32)

Infos zum Buch

Brennerova / Wolf Haas / Hoffmann und Campe / 2014 / 240 Seiten / ISBN: 978-3455404999 / Preis: 20,00 Euro Hardcover, 9,99 Euro Taschenbuch /

No Comments
Previous Post
17. Februar 2016
Next Post
17. Februar 2016

No Comments

Leave a Reply

Instagram

  • Nach Jessica Andrews folgt mit „Der rote Faden“ auf meinem Blog direkt ein weiterer Roman einer jungen britischen Autorin, der mir ebenfalls sehr gut gefallen hat. Er handelt von einer jungen Frau, die sich zu Beginn des Studiums mit einem Kommilitonen anfreundet und eine innige Beziehung zu ihm herstellt. Alles scheint gut, bis sie auf einem Familienfest von seinem Cousin (danke @the_zuckergoscherl!) vergewaltigt wird. #rosieprice #derrotefaden @rowohltverlag (Unbeauftragte Werbung)
  • Schaurige Überraschungspost! ❤️ Die ersten Kapitel sind bereits sehr viel versprechend, Arne Dahl hat mich noch nie enttäuscht. Habt ihr den neuesten Band der Reihe schon gelesen? #arnedahl #vierdurchvier #krimi @piperverlag (Unbeauftragte Werbung)
  • Ein Debüt, das auf viele weitere Romane ähnlicher Qualität hoffen lässt. 👍🏻 Worum es geht und warum ich es empfehlen kann, könnt ihr auf dem Blog genauer nachlesen. 🙂 #undjetztbinichhier #jessicaandrews #hoffmannundcampe (Unbeauftragte Werbung)
  • „Was hat sie zu dir gesagt?”
„Haargenau das Gleiche.”
„Dass du zu gut für mich bist?”
„Ha, ha.” Tom klingt nicht wirklich belustigt.
„Kennst du meine Mutter? Nein, natürlich nicht. Aber das Entscheidende ist: Ich habe „Scheiß drauf.” gesagt und dich trotzdem geheiratet. Wir gegen den Rest der Welt.”
„Zumindest wir gegen deine Mutter. Der Rest der Welt hat mit Freude oder völligem Desinteresse reagiert.”
(Nick Hornby, Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst, Kiepenheuer & Witsch) 
Mehr über Nick Hornbys neuen Roman findet ihr jetzt auf dem Blog. 🙂 #nickhornby #keinerhatgesagtdassduausziehensollst #schonhalbelf (Unbeauftragte Werbung)
  • Als der Golden State Killer seine erste Tat begeht, ist Michelle McNamara noch ein Kind. Jahre später gründet sie als Erwachsene die erfolgreiche Seite TrueCrime Diary, auf der sie ungelöste Kriminalfälle sammelte und mit anderen Interessierten zu lösen versuchte. In „Ich ging in die Dunkelheit“ erzählt sie von ihrer obsessiven Suche nach einem Mann, der mindestens zwölf Morde, 45 Vergewaltigungen und 120 Einbrüche in Kalifornien begangen haben soll. Mehr dazu gibt‘s wie immer auf dem Blog. #ichgingindiedunkelheit #michellemcnamara #truecrime (Unbeauftragte Werbung)
  • Wenn aus einem Versehen Tradition wird. ✌🏻 Danke! #postkartenliebe #postkarten #postkarte

schonhalbelf