Spannung

Tana French – Grabesgrün

Den Namen Tana French habe ich schon öfter gehört (hat ja auch schon einige Bestseller geschrieben), richtig interessiert hat mich jedoch am meisten die Inhaltsangabe von „Geheimer Ort”. Da ich es aber nicht mag, Reihen mittendrin zu beginnen und ich alle bisher als Hörbuch erschienenen Teile von meinem Bruder geschenkt bekommen habe, habe ich braverweise mit „Grabesgrün” begonnen und es als Nebenbei-Hörbuch gehört – ich habe es schon öfter hier geschrieben, aber Hörbücher finde ich gerade deswegen so gut, weil ich nebenbei noch etwas anderes machen kann. Daher der Begriff Nebenbei-Hörbuch. In der Regel höre ich auch nur dafür geeignete Hörbücher; Bücher, bei denen es mir wirklich auf die Feinheiten der Sprache ankommt usw. möchte ich immer lesen und nicht hören, aus Angst, dass mir sonst etwas verloren geht.

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Inhalt kurz zusammengefasst

Das Ermittlerduo Cassie und Rob arbeitet bei der irischen Polizei und bereits nach kurzer Zeit ist dem geschulten Leser klar, dass es nicht bei einem normalen kollegialen Verhältnis bleiben wird – doch darum soll es an dieser Stelle nicht gehen, sondern lieber um den Kriminalfall, der die beiden im ersten Teil der Reihe erwartet.

Ein zwölfjähriges Mädchen wird ermordet in einer historischen Ausgrabungsstätte gefunden – aufgebahrt auf einem Opferaltar, erschlagen und vergewaltigt.

Der Fall weckt neben dem Ehrgeiz der Ermittler auch Assoziationen bei Rob, da dieser in seiner Kindheit als Opfer in ein Verbrechen verwickelt war, das sich an derselben Stelle zugetragen und ihn bis heute nicht losgelassen hat. Je weiter die Ermittlungen voranschreiten, desto mehr Erinnerungen an den von einer Amnesie verschleierten Fall aus seiner Kindheit werden in Rob wach und spicken die Erzählung über das Verbrechen in der Gegenwart.

Wie war’s?

Schwierig zu sagen. Man soll ja aus psychologischen Gründen immer erst loben: Ich mochte die fast poetische und atmosphärische Erzählweise von Tana French sehr und auch der Fall selbst hat auf jeden Fall Potenzial. Mit dem Ermittlerduo bin ich nicht ganz warm geworden – zu glatt, zu vorhersehbar, irgendwie nicht spannend genug als Charaktere.

Die Ermittlungen mögen realistisch geschildert sein (viele Spuren, die ins Leere laufen, falsche Fährten, Resignation usw.), tragen aber nicht gerade zum Spannungsbogen bei. Zudem war mir die Indizien- und Hinweislage zu dünn, als dass ich mich animiert oder befähigt gefühlt habe, im Geiste an den Ermittlungen teilzunehmen. Ich habe mich einfach berieseln lassen und bin der Geschichte, die wirklich ihre Längen hat, relativ neutral gefolgt, genauso wie der Entwicklung der beiden Protagonisten. Aber weder der Fall noch die Nebenhandlungen haben mich sonderlich berührt. Trotzdem war es ein solider Krimi und keinesfalls so schlecht, dass ich die Reihe beenden würde. Ihr seht schon, mir fällt es schwer, ein wirkliches Urteil zu verfassen. Ich versuche es so: Solide. Nicht super, aber eben auch nicht schlecht. Ich werde auf jeden Fall Teil 2 noch anhören und erst danach entscheiden, ob ich weiter mache oder abbreche.

Infos zum Buch

Grabesgrün / Tana French / Argon Hörbuch / Sprecher: David Nathan / 2009 / 2 Stunden, 35 Minuten / ISBN: 978-3-8398-9082-0 /

Meine Frage an euch

Wie haltet ihr es eigentlich mit Reihen? Steigt ihr mittendrin ein oder lasst einzelne Teile aus? Haltet ihr euch akribisch an die Reihenfolge? Gerade bei Krimis / Thrillern ist es ja häufig nicht zwangsläufig nötig, die richtige Reihenfolge einzuhalten (dass Harry Potter in der falschen Reihenfolge keinen Sinn ergibt, ist natürlich klar).

4 Comments
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4 Comments

  • Mona

    Hallo liebe Inga,

    mir geht es bei Reihen genauso wie dir. Ich versuche mich zumindest daran zu halten die Bücher in der korrekten Reihenfolge zu lesen, aber manchmal gelingt es mir dann doch nicht. Bei Karin Slaughter empfehle ich eindringlich dran zu bleiben und nicht quer einzusteigen, bei anderen Werken wie die Robert-Langdon-Reihe von Dan Brown würde ich mal behaupten, dass die Chronologie nicht ganz so wichtig ist.

    • schonhalbelf

      Hallo Mona!
      Ohja, bei Karin Slaughter sehe ich das auch so. Die Robert-Landon-Reihe empfehle ich, einfach gar nicht zu lesen. 😀
      Viele Grüße
      Inga

  • Niamh O'Connor

    Hallo Inga,

    hab in deinem Blog gezielt nach einem Beitrag über Tana French gesucht, weil sie meine absolute Lieblings-Krimiautorin ist. Ich hab mit Teil 3 (Sterbenskalt) begonnen und war total begeistert (siehe auch mein Beitrag auf http://www.britlitscout.com). Hab dann begonnen, alle Bücher der Reihe nach zu lesen, aber gerade in diesem Fall kann auch „Zurückblättern“ reizvoll sein, weil man so im Nachhinein mehr über die Ermittler erfährt.
    Vielleicht solltest du der Autorin noch eine Chance geben, mir haben bisher Teil 3 und Teil 6 (Gefrorener Schrei) am besten gefallen.

    Liebe Grüße aus Wien
    Niamh

    • schonhalbelf

      Hallo Niamh,
      danke für deinen Kommentar! Ich kam leider noch nicht dazu, ihn früher zu beantworten. Deinen Beitrag sehe ich mir gerne mal an!
      Ich habe tatsächliche alle Teile der Reihe als Hörbuch sowieso hier und werde mir deinen Rat zu Herzen nehmen und bei Gelegenheit vielleicht doch nochmal den zweiten Band hören. 🙂
      Viele Grüße!

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  • Im Juli 2011 erschüttern die Anschläge in Oslo und auf der Insel Utøya Menschen weltweit. Sella fühlt sich in besonderem Maß betroffen, da die Tochter ihrer Nachbarn zu den Todesopfern gehört. Meine Gedanken zu diesem Roman findet ihr jetzt auf dem Blog. #schonhalbelf #vatermutterkim #eivindhofstadevjemo #luftschachtverlag (Unbeauftragte/unbezahlte Werbung)
  • „Manche Frauen betreten den Kreißsaal im Jahr 2019 und kommen im Jahr 1950 wieder raus.“ - ein Zitat, das nicht aus diesem Roman stammt, den Ausgangspunkt für die Geschichte jedoch ziemlich gut trifft. Alle Details zu „Jesolo“ von Tanja Raich findet ihr auf dem Blog. #schonhalbelf #Jesolo #tanjaraich
  • Wohnen ist meinen Augen eines DER Themen (nicht nur)  meiner Generation. Traurigerweise stellt sich für die meisten gar nicht mehr die Frage, wie sie wohnen möchten, sondern viel mehr, wie und wo sie überhaupt noch wohnen können. Dieser Thematik widmet sich auch Svenja Gräfen in ihrem zweiten Roman „Freiraum“. Ich freue mich, wenn ihr den Blogpost dazu lest! #freiraum #svenjagräfen #ullstein #ullsteinfünf (Unbeauftragte Werbung)
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  • Ein wenig habe ich mich hier ja schon mit euch über den Roman ausgetauscht und nun gibt‘s meine ausführliche Meinung auf dem Blog. 🙋🏼‍♀️ #dasverschwindenderstephaniemailer #joeldicker #schonhalbelf
  • Seite 78 von 293 und ich kann es kaum abwarten, heute Abend weiter zu lesen. Nach „Das Rauschen in unseren Köpfen“ war für mich klar, auch den zweiten Roman von Svenja Gräfen zu lesen. Auch „Freiraum“ handelt von der Liebe, viel mehr aber noch von der Frage, wie, wo und vor allem mit wem wir in Zeiten von Luxussanierungen und Wohnungsknappheit leben möchten. #freiraum #svenjagräfen #schonhalbelf #ullstein (Unbeauftragte Werbung)

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