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Kino-Preview: Girl On The Train

Nachdem ich die Verfilmung von „Girl On The Train” in meinen Kinotipps für den Oktober erwähnt hatte, durfte ich den Film bereits vorab im Kino ansehen, um euch meine Eindrücke zu schildern. Ob der als „Nachfolger von Gone Girl” gehandelte Film hält, was er verspricht, könnt ihr jetzt nachlesen.

Girl On The Train: Der Film

Für alle, die die Buchvorlage noch nicht kennen, ein paar Worte zur Handlung: Rachel (Emily Blunt) pendelt jeden Morgen von einem Vorort nach London (im Film New York) und abends wieder zurück. Nur, dass sie bereits seit einem Jahr aufgrund ihres Alkoholismus ohne Job ist und ihrer Mitbewohnerin lediglich vorspielt, zur Arbeit zu fahren. An einer bestimmten Stelle hält der Zug aufgrund von Bauarbeiten jedes Mal auf offener Strecke und gibt Rachel die Chance, das Leben der Menschen hinter der Fensterscheibe zu beobachten. Ihre Neugier und Fantasie gehen dabei jedoch weit über das normale Maß hinaus. Sie beginnt, ihre eigene Vergangenheit mit dem Leben der dort wohnhaften Menschen zu vermischen und ihre Wünsche und Gefühle auf sie zu projizieren. Eines Morgens macht sie eine schreckliche Entdeckung, die sie nicht mehr zur Ruhe kommen lassen soll. Als kurz darauf die Frau, die sie vom Zug aus immer beobachtet hat, verschwindet, und wenig später ermordet aufgefunden wird, gerät Rachels Leben endgültig aus den Fugen …

Die Romanvorlage gefiel mir sehr gut, daher habe ich mich ebenso auf die Verfilmung gefreut. Bezüglich der filmischen Umsetzung habe ich mir keine Gedanken gemacht, dass diese nicht gelingen könnte – schon nachdem ich die erste Hälfte des Buchs gelesen habe, konnte ich mir perfekt dessen Verfilmung vorstellen.

Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, mir gefiel der Film wirklich gut. Ich habe eine Person mit ins Kino genommen, die das Buch nicht gelesen hat und habe mir von ihr sagen lassen, dass der Einstieg für Menschen, die das Buch nicht gelesen haben, etwas schwierig bzw. verwirrend ist – an der Einleitung wurde am meisten gespart, sodass man sich als Betrachter viele Informationen über die Protagonistin erst nach und nach erarbeiten muss. Für die Einleitung des Buchs konnte sich Hawkins bedeutend mehr Zeit lassen und etwas besser auf Rachels Vorgeschichte eingehen. Nach und nach, wenn man sich an die Zeitsprünge gewöhnt hat (die in einem Buch natürlich deutlich leichter gekennzeichnet werden können), entwickelt sich der Film aber immer besser und zieht auch diejenigen in den Bann, die die Romanvorlage nicht kennen. Die Verwicklungen und Irrungen wurden sehr gut umgesetzt, die hochkarätige Besetzung tut ihr Übriges. Der Film nimmt mehr und mehr Fahrt auf, bis er in einem blutigen Finale endet.

Doch jetzt zur Frage, ob „Girl On The Train” ein zweiter „Gone Girl” ist: Jein. Vom Spannungsfaktor her nehmen sich beide Verfilmungen nicht viel und sind meiner Meinung nach gleich gut umgesetzt.

Der große Unterschied besteht in meinen Augen darin, dass man in „Gone Girl” eine stärkere emotionale Beziehung zu einem der beiden Hauptcharaktere aufbaut und in diesem Sinne mehr mitfiebert. Bei „Gone Girl” steht alleine die Spannung im Vordergrund, was denn nun wirklich mit der verschwundenen Frau passiert ist und ob Rachel die Mörderin ist oder nicht. Das macht den Film allerdings nicht schlechter, der Aufbau der beiden Filme ist einfach ein anderer. Ich kann aber mit Sicherheit sagen, dass Fans von „Gone Girl” auch Spaß an der Verfilmung von „Girl On The Train” haben werden.

Zusammengefasst: Für mich eine rundum gelungene Verfilmung eines gelungenen Thrillers. Menschen, die das Buch nicht kennen, werden zu Beginn unter Umständen ein paar Probleme bezüglich der Zeitsprünge und Charaktere haben, die sich aber im Verlaufe des Films schnell auflösen sollten.

Infos zum Film

Girl On The Train / Regie: Tate Taylor / Drehbuch: Erin Cressida Wilson, Tate Taylor / Nach dem Thriller von Paula Hawkins / Filmdauer: 1:52 Stunden / Filmstart: 27.10.2016

2 Comments
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2 Comments

  • Samdy

    Obwohl mich die Buchvorlage „Girl on the Train“ damals nicht komplett überzeugen konnte, möchte ich mir unbedingt die Verfilmung anschauen. Schon allein wegen Emily Blunt, die ich als Schauspielerin sehr mag.
    Deine Einschätzung macht mich nun noch neugieriger.

    Lieben Gruß,
    Sandy

    • schonhalbelf

      Hallo Sandy,
      ja, mach das! Emily Blunts Leistung war absolut überzeugend, aber auch Haley Bennett konnte auf voller Linie überzeugen. Ich wünsche dir viel Spaß im Kino und schreibe mir gerne mal, wie dir der Film gefallen hat!
      Viele Grüße
      Inga

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  • „Manche Frauen betreten den Kreißsaal im Jahr 2019 und kommen im Jahr 1950 wieder raus.“ - ein Zitat, das nicht aus diesem Roman stammt, den Ausgangspunkt für die Geschichte jedoch ziemlich gut trifft. Alle Details zu „Jesolo“ von Tanja Raich findet ihr auf dem Blog. #schonhalbelf #Jesolo #tanjaraich
  • Wohnen ist meinen Augen eines DER Themen (nicht nur)  meiner Generation. Traurigerweise stellt sich für die meisten gar nicht mehr die Frage, wie sie wohnen möchten, sondern viel mehr, wie und wo sie überhaupt noch wohnen können. Dieser Thematik widmet sich auch Svenja Gräfen in ihrem zweiten Roman „Freiraum“. Ich freue mich, wenn ihr den Blogpost dazu lest! #freiraum #svenjagräfen #ullstein #ullsteinfünf (Unbeauftragte Werbung)
  • Man kann nicht alles mögen. Dieses Buch zum Beispiel. Ich hatte durch eine vorangegangene Empfehlung recht hohe Erwartungen, die aber leider nicht erfüllt werden konnten (Begründung gibt's auf dem Blog). Wer von euch hat es auch gelesen und wie hat es euch gefallen? #schonhalbelf #alleswasichweißüberdieliebe
  • Ein wenig habe ich mich hier ja schon mit euch über den Roman ausgetauscht und nun gibt‘s meine ausführliche Meinung auf dem Blog. 🙋🏼‍♀️ #dasverschwindenderstephaniemailer #joeldicker #schonhalbelf
  • Seite 78 von 293 und ich kann es kaum abwarten, heute Abend weiter zu lesen. Nach „Das Rauschen in unseren Köpfen“ war für mich klar, auch den zweiten Roman von Svenja Gräfen zu lesen. Auch „Freiraum“ handelt von der Liebe, viel mehr aber noch von der Frage, wie, wo und vor allem mit wem wir in Zeiten von Luxussanierungen und Wohnungsknappheit leben möchten. #freiraum #svenjagräfen #schonhalbelf #ullstein (Unbeauftragte Werbung)
  • Wer meinen Blog schon ein wenig länger liest, weiß, dass ich begeisterte Leserin von Joël Dickers Romanen bin. Entsprechend groß war meine Vorfreude auf „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“. Motiviert im Frühling begonnen und dann kam das Leben dazwischen. 🤷🏼‍♀️ ABER: Jetzt habe ich es beendet. Da einige von euch es sicher schon gelesen haben, würde mich sehr interessieren, wie es euch gefallen hat? Vor allem auch im Vergleich zu den beiden Vorgängern. Ich sortiere gerade noch meine Gedanken. 💭 #dasverschwindenderstephaniemailer #joeldicker #krimi (Unbeauftragte Werbung)

schonhalbelf