Rezensionen

Benedict Wells – Vom Ende der Einsamkeit

„Es ist im Prinzip das Buch, das ich schon immer schreiben wollte.“

Wenn Benedict Wells seinen neuen Roman (seit heute offiziell erhältlich!) mit diesem Satz auf seiner Facebook-Seite ankündigt, kann nur etwas Großartiges entstanden sein, das war mir schon vor dem Lesen klar. Oder sagen wir: Es hätte mich über die Maßen überrascht, hätte mich „Vom Ende der Einsamkeit“ nicht begeistert.

Benedict Wells - Vom Ende der Einsamkeit

Inhalt kurz zusammengefasst

Die drei Geschwister Jules, Marty und Liz erfahren früh, wie schmerzvoll das Leben sein kann, als ihre Eltern bei einem Autounfall tödlich verunglücken. Die Zeit bis zur Volljährigkeit verbringen sie in einem staatlichen Internat und entwickeln sich dort in völlig unterschiedliche Richtungen. Nach der Schulzeit verlieren sie sich zunächst aus den Augen, um sich schließlich wieder zu begegnen – noch immer als sehr unterschiedliche Charaktere: Liz ist wie früher impulsiv und exzentrisch. Marty hingegen ist vom eher unbeliebten Nerd zum Unternehmer aufgestiegen und hat ein erfolgreiches Business gegründet. In seinem Leben zählt die Beständigkeit und der berufliche Erfolg. Jules, aus dessen Perspektive der Roman geschrieben ist, ist sensibel, zaghaft und durchläuft einen permanenten Findungsprozess zu sich selbst und seiner großen Liebe, die er im Internat kennengelernt und nie überwunden hat.

Ein melancholischer Roman über menschliche Beziehungen, Verlust, Hoffnung, Rückschläge und noch mehr Hoffnung.

Benedict Wells - Vom Ende der Einsamkeit

Wie war’s?

Meine hohen Erwartungen wurden erfüllt. Benedict Wells‘ poetische und doch schnörkellose Sprache, seine Metaphern, die Charaktere, der Spannungsbogen und die Thematik des Romans an sich machen „Vom Ende der Einsamkeit“ für mich zu einer gelungenen Erzählung. Immer und immer wieder stellt Wells seine Charaktere vor neue Prüfungen, rüttelt an deren Fundament, hinterfragt, wie Schicksalsschläge die Persönlichkeit beeinflussen und zeigt auf, wie unterschiedlich diese verarbeitet werden und den Menschen prägen können.

Benedict Wells - Vom Ende der Einsamkeit

Eine kurze Passage aus dem Buch

Damals suchte ich lange nach dem Warum. Täglich wartete  ich auf ein Zeichen von Liz, auf einen erklärenden Brief, eine Karte oder einen Anruf. Wie ein Schiffbrüchiger, der unermüdlich an den Knöpfen eines Funkgerätes dreht, in der Hoffnung, endlich auf eine Stimme zu stoßen. Doch alles, was von meiner Schwester kam, war jahrelanges Rauschen.
(Benedict Wells, Vom Ende der Einsamkeit, Seite 74)

Infos zum Buch

Vom Ende der Einsamkeit / Benedict Wells / Diogenes / 2016 / 368 Seiten / ISBN: 978-3257069587 / Preis: 22,00 Euro /

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5 Comments

  • Stephanie Sack

    Hallo Inga,

    deine Fotos sind wirklich entzückend. Spätestens nach dem 10. Bild auf Instagram, in das ich mich von dir verliebt habe, ist mir bewusst geworden, dass ich dich noch nie auf deinem Blog besucht habe. Welch ein Fauxpas! Das musste ich natürlich schnellstens ändern und tadaa: hier bin ich. Ich liebe Wells Buch. Noch immer hallt es in mir nach und hat mich so unglaublich begeistert, dass ich bereits „Fast genial“ in den Händen halte, weil ich vor „Vom Ende der Einsamkeit“ tatsächlich noch keines seiner Bücher gelesen habe.

    Ich wünsch dir noch einen bezaubernden Sonntag, am besten mit Schoki & Buch <3

    Liebe Stöbergrüße

    Steffi (alias Lesenslust)

    • schonhalbelf

      Liebe Steffi, ganz herzlichen Dank für deinen Kommentar! Ich freue mich, dass dir die Bilder so gut gefallen und du den Weg zu meinem Blog gefunden hast. Ich habe von Benedict Wells bislang auch nur zwei Bücher gelesen, nämlich besagtes „Vom Ende der Einsamkeit“ und sein Debüt „Becks letzter Sommer“ – lass‘ mich gerne wissen, wie dir „Fast genial“ gefällt!
      Liebe Grüße
      Inga

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  • Im Juli 2011 erschüttern die Anschläge in Oslo und auf der Insel Utøya Menschen weltweit. Sella fühlt sich in besonderem Maß betroffen, da die Tochter ihrer Nachbarn zu den Todesopfern gehört. Meine Gedanken zu diesem Roman findet ihr jetzt auf dem Blog. #schonhalbelf #vatermutterkim #eivindhofstadevjemo #luftschachtverlag (Unbeauftragte/unbezahlte Werbung)
  • „Manche Frauen betreten den Kreißsaal im Jahr 2019 und kommen im Jahr 1950 wieder raus.“ - ein Zitat, das nicht aus diesem Roman stammt, den Ausgangspunkt für die Geschichte jedoch ziemlich gut trifft. Alle Details zu „Jesolo“ von Tanja Raich findet ihr auf dem Blog. #schonhalbelf #Jesolo #tanjaraich
  • Wohnen ist meinen Augen eines DER Themen (nicht nur)  meiner Generation. Traurigerweise stellt sich für die meisten gar nicht mehr die Frage, wie sie wohnen möchten, sondern viel mehr, wie und wo sie überhaupt noch wohnen können. Dieser Thematik widmet sich auch Svenja Gräfen in ihrem zweiten Roman „Freiraum“. Ich freue mich, wenn ihr den Blogpost dazu lest! #freiraum #svenjagräfen #ullstein #ullsteinfünf (Unbeauftragte Werbung)
  • Man kann nicht alles mögen. Dieses Buch zum Beispiel. Ich hatte durch eine vorangegangene Empfehlung recht hohe Erwartungen, die aber leider nicht erfüllt werden konnten (Begründung gibt's auf dem Blog). Wer von euch hat es auch gelesen und wie hat es euch gefallen? #schonhalbelf #alleswasichweißüberdieliebe
  • Ein wenig habe ich mich hier ja schon mit euch über den Roman ausgetauscht und nun gibt‘s meine ausführliche Meinung auf dem Blog. 🙋🏼‍♀️ #dasverschwindenderstephaniemailer #joeldicker #schonhalbelf
  • Seite 78 von 293 und ich kann es kaum abwarten, heute Abend weiter zu lesen. Nach „Das Rauschen in unseren Köpfen“ war für mich klar, auch den zweiten Roman von Svenja Gräfen zu lesen. Auch „Freiraum“ handelt von der Liebe, viel mehr aber noch von der Frage, wie, wo und vor allem mit wem wir in Zeiten von Luxussanierungen und Wohnungsknappheit leben möchten. #freiraum #svenjagräfen #schonhalbelf #ullstein (Unbeauftragte Werbung)

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