Spannung

Mörderischer Freitag von Nicci French

Da mir der Vorgänger der Reihe um Frieda Klein, Dunkler Donnerstag, so gut gefallen hat, habe ich relativ kurz danach zu Band 5 der Reihe, Mörderischer Freitag, gegriffen. Manchmal ist mir einfach nach leicht konsumierbaren, aber dennoch spannenden Geschichten und für dieses Anliegen bin ich bei dem Autorenduo Nicci French bisher immer an der richtigen Adresse gewesen. Während ich diesen Artikel tippe, ist übrigens Sonntag, es gewittert seit zwei Stunden, ich liege auf der Couch und ich trinke einen Rosentee – mehr Herbst geht nicht.

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Inhalt kurz zusammengefasst

Für die Londoner Psychotherapeutin Frieda Klein läuft in Mörderischer Freitag das Leben völlig aus dem Ruder: Ihr ehemaliger Lebensgefährte Sandy wird leblos in der Themse treibend aufgefunden. Zuletzt gesehen hatte Frieda ihn erst eine Woche zuvor, als er einen neuen Wutausbruch durchlebte, weil er sich mit der von Frieda initiierten Trennung noch immer nicht arrangieren konnte.

Schnell ist klar: Es handelt sich nicht um Suizid, sondern um Mord. Sandy wurde erstochen. Neben seinen zahlreichen Wunden fällt der Polizei ein Patientenband auf, das an Sandys Handgelenk befestigt ist und Frieda Kleins Namen trägt. Schnell gerät die kontroverse Therapeutin in den Verdacht, etwas mit Sandys Tod zu tun zu haben – Friedas Geschichte, allen voran ihre Theorie, dass Dean Reeve, ein Mörder, der es auf sie abgesehen hat, noch lebendig sei, obwohl er nach Auffassung der Allgemeinheit tot ist, befeuert diese Theorie. Da sie sich immer mehr in die Enge getrieben und zudem von Dean Reeve bedroht fühlt, sieht sie ihre einzige Chance darin, in London unterzutauchen.

Passivität ist nicht Frieda Kleins Ding, deshalb ermittelt sie fortan auf eigene Faust und versucht die letzten Stationen in Sandys Privatleben vor seinem Tod aufzuspüren und herauszufinden, wie er nach ihrer Trennung gelebt hat. Dabei muss sie entdecken, wie wenig sie ihren Ex-Partner eigentlich gekannt hat.

Wie war Mörderischer Freitag?

Mörderischer Freitag von Nicci French konnte mich hinsichtlich des Spannungsbogens erneut überzeugen, auch wenn ich das Ende insgesamt dann doch ein wenig schwach und viel zu einfach fand – ich hatte mir eine etwas komplexere Auflösung des Falls erhofft und keine so naheliegende.

Insgesamt handelt es sich – wie schon auf dem Cover angekündigt – tatsächlich um Frieda Kleins „härtesten” Fall, da er sie persönlich sehr trifft. Einerseits, weil es sich bei dem Mordopfer um ihren Ex-Partner handelt, andererseits, weil sie gezwungen ist, ihr soziales Umfeld und ihre geliebte Wohnung zu verlassen. Sie sieht sich nicht nur durch ihren Feind aus der Vergangenheit, Dean Reeves, bedroht, sondern auch von der Londoner Polizei, die ihr auf Teufel komm raus die Schuld an Sandys Mord nachweisen möchte.

Alles in allem muss ich jedoch zugeben, dass ich der Reihe schon jetzt (ich habe nur diesen und den Band davor gelesen) etwas überdrüssig geworden bin und gar keinen großen Drang verspüre, sie fertig zu lesen. In meinen Augen wäre es jetzt langsam nötig, das Rätsel um Dean Reeves endlich einmal aufzuklären und den Leser zu erlösen. Auch eine gewisse Weiterentwicklung von Frieda Klein wäre schön. Gerade im Vergleich zum vorherigen Band habe ich das Gefühl, dass es diesmal ein wenig an neuen Ideen gefehlt hat – der Vorgänger hat mir wirklich deutlich besser gefallen!

Vielleicht gebe ich Band 6 noch eine Chance, da ich an mehreren Stellen gelesen habe, dass es sich bei Mörderischer Freitag um den schlechtesten Teil der Reihe handeln soll, aber ganz sicher bin ich mir noch nicht. Hat von euch zufällig schon jemand Band 6 und 7 gelesen? Falls ihr noch nie einen Nicci French Thriller gelesen habt, empfehle ich euch übrigens an dieser Stelle noch schnell Der Sommermörder*, das mochte ich wirklich gerne!

Ein kurzes Zitat aus dem Buch

„Sie dachte über die vergangenen Wochen nach, die sie außerhalb ihres üblichen Lebens verbracht hatte, an seltsamen, unschönen Orten und unter Menschen am Rand der Gesellschaft, ohne Bindung und Anker und völlig allein. Nun befand sie sich wieder  in ihrem geliebten Haus, umgeben von ihren eigenen Sachen. Ihr üblicher Lebensrhythmus wurde neu aktiviert, die Ordnung wieder hergestellt.“
(Nicci French, Mörderischer Freitag, Seite 399)

Infos zum Buch

Mörderischer Freitag / Nicci French / Übersetzerin: Birgit Moosmüller / Penguin / 2017 / 432 Seiten / ISBN: 978-3328100119 / Preis: 10,00 Euro / Jetzt online kaufen* / Verlagsinfo /

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  • Im Juli 2011 erschüttern die Anschläge in Oslo und auf der Insel Utøya Menschen weltweit. Sella fühlt sich in besonderem Maß betroffen, da die Tochter ihrer Nachbarn zu den Todesopfern gehört. Meine Gedanken zu diesem Roman findet ihr jetzt auf dem Blog. #schonhalbelf #vatermutterkim #eivindhofstadevjemo #luftschachtverlag (Unbeauftragte/unbezahlte Werbung)
  • „Manche Frauen betreten den Kreißsaal im Jahr 2019 und kommen im Jahr 1950 wieder raus.“ - ein Zitat, das nicht aus diesem Roman stammt, den Ausgangspunkt für die Geschichte jedoch ziemlich gut trifft. Alle Details zu „Jesolo“ von Tanja Raich findet ihr auf dem Blog. #schonhalbelf #Jesolo #tanjaraich
  • Wohnen ist meinen Augen eines DER Themen (nicht nur)  meiner Generation. Traurigerweise stellt sich für die meisten gar nicht mehr die Frage, wie sie wohnen möchten, sondern viel mehr, wie und wo sie überhaupt noch wohnen können. Dieser Thematik widmet sich auch Svenja Gräfen in ihrem zweiten Roman „Freiraum“. Ich freue mich, wenn ihr den Blogpost dazu lest! #freiraum #svenjagräfen #ullstein #ullsteinfünf (Unbeauftragte Werbung)
  • Man kann nicht alles mögen. Dieses Buch zum Beispiel. Ich hatte durch eine vorangegangene Empfehlung recht hohe Erwartungen, die aber leider nicht erfüllt werden konnten (Begründung gibt's auf dem Blog). Wer von euch hat es auch gelesen und wie hat es euch gefallen? #schonhalbelf #alleswasichweißüberdieliebe
  • Ein wenig habe ich mich hier ja schon mit euch über den Roman ausgetauscht und nun gibt‘s meine ausführliche Meinung auf dem Blog. 🙋🏼‍♀️ #dasverschwindenderstephaniemailer #joeldicker #schonhalbelf
  • Seite 78 von 293 und ich kann es kaum abwarten, heute Abend weiter zu lesen. Nach „Das Rauschen in unseren Köpfen“ war für mich klar, auch den zweiten Roman von Svenja Gräfen zu lesen. Auch „Freiraum“ handelt von der Liebe, viel mehr aber noch von der Frage, wie, wo und vor allem mit wem wir in Zeiten von Luxussanierungen und Wohnungsknappheit leben möchten. #freiraum #svenjagräfen #schonhalbelf #ullstein (Unbeauftragte Werbung)

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