Rezensionen

Thomas Glavinic – Das größere Wunder

Inhalt kurz zusammengefasst

Jonas, der Protagonist, befindet sich auf einer Expedition zum Gipfel des Mount Everest. Im spannenden Wechsel werden sein qualvoller Aufstieg und der Verlauf seiner Kindheit und Jugend erzählt – beide Themen haben es in sich.

Wie war’s?

Auch wenn man meinen könnte, dass die Besteigung des Mount Everest tendenziell der spannendere Part des Romans ist, war ich von Jonas‘ Kindheit und Jugend noch viel mehr fasziniert. In der eigenen Familie verwahrlost wachsen er und sein behinderter Bruder Mike in der überdurchschnittlich wohlhabenden Familie von Jonas‘ bestem Freund auf. Jonas durchlebt tragische Verluste, erfährt wahre Freundschaft und die große Liebe. Und er reist und reist und reist.
Die Kapitel zur Kindheit und Jugend haben mich teilweise sehr an „Die Mitte der Welt“ erinnert, welches noch immer zu meinen Lieblingsbüchern zählt. Damit meine ich natürlich nicht, dass sich die Handlungen ähneln, sondern die Fähigkeit der Autoren, eine ganz bestimmte Atmosphäre (oder nennen wir es besser Magie) in ihren Erzählungen zu erzeugen.
Ich werde definitiv auch alle anderen Bücher von Thomas Glavinic lesen und wage schon jetzt zu behaupten, dass „Das größere Wunder“ eines der besten Bücher ist, die ich 2015 gelesen haben werde.

Eine kurze Passage aus dem Buch

Es war, als müsste er nicht mehr atmen, um zu leben. Kein Gedanke störte seine Seligkeit, keine Erinnerung suchte ihn heim, er vermisste nichts und niemanden. Links und rechts der Straße flogen Bäume und Sträucher an ihm vorbei, und er war wie neu. Ewig stürzen. Das ist das Glück.

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29. Juni 2015
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  • Im Juli 2011 erschüttern die Anschläge in Oslo und auf der Insel Utøya Menschen weltweit. Sella fühlt sich in besonderem Maß betroffen, da die Tochter ihrer Nachbarn zu den Todesopfern gehört. Meine Gedanken zu diesem Roman findet ihr jetzt auf dem Blog. #schonhalbelf #vatermutterkim #eivindhofstadevjemo #luftschachtverlag (Unbeauftragte/unbezahlte Werbung)
  • „Manche Frauen betreten den Kreißsaal im Jahr 2019 und kommen im Jahr 1950 wieder raus.“ - ein Zitat, das nicht aus diesem Roman stammt, den Ausgangspunkt für die Geschichte jedoch ziemlich gut trifft. Alle Details zu „Jesolo“ von Tanja Raich findet ihr auf dem Blog. #schonhalbelf #Jesolo #tanjaraich
  • Wohnen ist meinen Augen eines DER Themen (nicht nur)  meiner Generation. Traurigerweise stellt sich für die meisten gar nicht mehr die Frage, wie sie wohnen möchten, sondern viel mehr, wie und wo sie überhaupt noch wohnen können. Dieser Thematik widmet sich auch Svenja Gräfen in ihrem zweiten Roman „Freiraum“. Ich freue mich, wenn ihr den Blogpost dazu lest! #freiraum #svenjagräfen #ullstein #ullsteinfünf (Unbeauftragte Werbung)
  • Man kann nicht alles mögen. Dieses Buch zum Beispiel. Ich hatte durch eine vorangegangene Empfehlung recht hohe Erwartungen, die aber leider nicht erfüllt werden konnten (Begründung gibt's auf dem Blog). Wer von euch hat es auch gelesen und wie hat es euch gefallen? #schonhalbelf #alleswasichweißüberdieliebe
  • Ein wenig habe ich mich hier ja schon mit euch über den Roman ausgetauscht und nun gibt‘s meine ausführliche Meinung auf dem Blog. 🙋🏼‍♀️ #dasverschwindenderstephaniemailer #joeldicker #schonhalbelf
  • Seite 78 von 293 und ich kann es kaum abwarten, heute Abend weiter zu lesen. Nach „Das Rauschen in unseren Köpfen“ war für mich klar, auch den zweiten Roman von Svenja Gräfen zu lesen. Auch „Freiraum“ handelt von der Liebe, viel mehr aber noch von der Frage, wie, wo und vor allem mit wem wir in Zeiten von Luxussanierungen und Wohnungsknappheit leben möchten. #freiraum #svenjagräfen #schonhalbelf #ullstein (Unbeauftragte Werbung)

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