Liebe

Alles, was ich weiß über die Liebe von Dolly Alderton

Alles, was ich weiß über die Liebe von Dolly Alderton entdeckte ich im letzten Jahr bei einer britischen YouTuberin und hatte sofort Lust, es zu lesen. Nachdem ich es in meinem Blogpost über die Neuerscheinungen im Februar 2019 vorgestellt hatte, bekam ich es zugeschickt und komme nun endlich dazu, es ein wenig näher vorzustellen.

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Inhalt kurz zusammengefasst

Die Leser begleiten Dolly Alderton durch die Zeit ihrer frühen Jugend bis zu ihrem 30. Geburtstag. Behandelt werden unter anderem die Themen Orientierungslosigkeit im Leben, Essstörungen, Parties voller Alkohol- und Drogenexzesse, Dates, Heiratsanträge oder das Leben am Existenzminimum (und darunter).

Ein wichtiger Themenbereich, der sich durch die gesamten Memoiren zieht, ist die Freundschaft zu ihrer besten Freundin Farly. Dabei ist sie sich nicht zu fein, auch solche Beziehungen an den Pranger zu stellen, die oberflächlich zwar welche sind, im Prinzip jedoch von Oberflächlichkeit und Konkurrenzdenken geprägt werden.

Wie war Alles, was ich weiß über die Liebe?

Zugegebenermaßen habe ich ich ein wenig gewundert über dieses Potpourri der Dates und Freundschaften, das hier und da mit To Do Listen oder Kochrezepten gespickt ist. „Was will sie von mir?!”, schoss mir beim Lesen nicht nur einmal durch den Kopf. Hier und da fand ich Dolly Aldertons Erzählungen ganz nett, wirklich etwas mitnehmen konnte ich aus ihnen jedoch nicht. Kurz: Ein Buch voller schnell konsumierbarer Inhalte, die zwar ab und an auch mal ernsthaftere Themen anschneiden, das mir aber nichts gegeben haben.

Insgesamt wirkte die Autorin in ihren Memoiren auf mich völlig planlos, destruktiv und verschwenderisch, ohne die Mittel dafür überhaupt zu besitzen bzw. besessen zu haben – und dadurch letztlich nicht sonderlich sympathisch. Schade, da ich an mehreren Stellen gelesen habe, dass Dolly Alderton inhaltlich weitaus mehr zu bieten hat als dieses Debüt.

Zurück bleibt bei mir ein Schulterzucken. Für mich war Alles, was ich weiß über die Liebe zu unlustig, um zu sagen: „Aber dafür war es wirklich amüsant!”, und zu flach, um sagen zu können: „Zumindest habe ich etwas mitgenommen aus ihren Erzählungen.” Ach doch, zwei Daumen nach oben gibt’s dennoch von mir für ihre fiktiven Mails zum Thema Junggesellinnenabschied und Hochzeitseinladung. Denn die haben es in meinen Augen tatsächlich auf den Punkt getroffen.

Ein kurzes Zitat aus dem Buch

„Ich zahlte stundenweise, um dort zu sein. In einem Vakuum des Lebens, in dem nichts anderes als das Gespräch zweier Menschen existiert – in einer Kommentatorenbox, dem Fernsehstudio der Spielanalyse. In der unbeliebtesten Diskussionssendung, während parallel der Blockbuster läuft.”
(Dolly Alderton, Alles, was ich weiß über die Liebe, KiWi, Seite 226)

Infos zum Buch

Alles, was ich weiß über die Liebe / Dolly Alderton / Übersetzerin: Friederike Achilles / KiWi / 2019 / 336 Seiten / ISBN: 978-3-462-05195-7 / Preis: 15,00 Euro / Jetzt online kaufen* /

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1 Comment
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18. September 2019
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  • Verena

    Ich hab das Buch auch gelesen, aber leider nach etwa der Hälfte abgebrochen. Irgendwie… hat es mich auch nicht umgehauen.

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