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Unter Wasser hört dich niemand schreien von Paula Treick DeBoard

Ich gebe es zu, Unter Wasser hört dich niemand schreien von Paula Treick DeBoard war ein typischer Fall von Coverliebe – glitzerndes verheißungsvolles Wasser in einem Swimmingpool, wer kann da schon widerstehen? Vor allem, weil der Sommer 2017 kaum stattgefunden hat und draußen eindeutig der Herbst regiert. Doch auch der Klappentext klang für genauso vielversprechend wie das Cover aussieht.

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Inhalt kurz zusammengefasst

Liz, ihr Mann und die gemeinsame Tochter Danielle führen ein ganz normales und vor allem durchschnittliches Leben, bis Phil einen Job in der Reichensiedlung The Palms annimmt. Im Zuge dieses Jobs erhält Familie McGinnis eine Wohnmöglichkeit inmitten des privilegierten Viertels, in dem selbst die Weihnachtsdekoration im Rahmen einer Eigentümerversammlung für alle Bewohner genormt wird.

Die Freude über das neue luxuriöse Zuhause wird jedoch mehr und mehr von dem Gefühl überschattet, nicht dazu zu gehören. Das neue Zuhause ist viel zu groß für den Möbelbestand der Familie, sodass einige Räume leer stehen. Der bisherige Esstisch ist viel zu klein, um das neue Esszimmer auszufüllen – doch für einen neuen ist kein Geld da. Und auch innerhalb der neuen Nachbarschaft gelingt es der Familie nicht, Fuß zu fassen.

Lediglich Danielle scheint eine neue Freundin gefunden zu haben: Kelsey. Jung, schön und sorgenfrei, so scheint es zumindest. Doch das Mädchen entpuppt sich als äußerst manipulativ und bringt die gesamte Familie McGinnis durch einen perfiden Plan gegeneinander auf und versucht, sie systematisch zu zerstören. Bis sie eines Tages leblos im Swimmingpool der Familie treibt.

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Wie war Unter Wasser hört dich niemand schreien?

Unter Wasser hört dich niemand schreien ist in einfacher und schnell zu lesender Sprache verfasst. Ohne poetische Exkurse und große Umwege erzählt Paula Treick DeBoard eine haarsträubende Geschichte, die in atemberaubender Kulisse zwischen glitzernden Pools und duftenden Vorgärten spielt. Dadurch gelingt es ihr, den Leser in hohem Tempo durch ihren Thriller zu treiben und trotz 450 Seiten keine Langeweile aufkommen zu lassen.

Besonders gut gefällt mir, dass in Unter Wasser hört dich niemand schreien nicht allzu simpel einfach „nur” um die obsessive Freundin von Tochter Danielle geht, die die Familie zerstören will, sodass man das Gefühl hat, einen beliebigen Thriller zu konsumieren. Paula Treick DeBoard schafft es, der Geschichte eine zweite Ebene zu verleihen, indem sie die Einstellungen und Werte der Bewohner von The Palms sehr kritisch hinterfragt und dadurch sauber herausarbeitet, weshalb es für Familie McGinnis niemals möglich war, sich auch nur annähernd heimisch in dieser Gegend zu fühlen.

Zudem erfüllt Unter Wasser hört dich niemand schreien für mich ein weiteres wichtiges Kriterium, das für mich einen guten Thriller ausmacht: Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und zeitlichen Blickwinkeln beleuchtet – bedeutet, dass Szene 1 von Charakter 1 erzählt wird, Szene 2, 3 und 4 anknüpfen, bis Szene 1 plötzlich aus der Sicht von Charakter 2 geschildert wird und der Handlung wieder eine völlig neue Bedeutung beimisst (ähnlich wie in Gone Girl).

Kurz: Ein spannend erzählter Thriller mit zahlreichen Wendungen, den man nicht nur am Pool, sondern auch mit wachem Geist gut lesen kann.

Eine kurze Passage aus dem Buch

The Palms – Zweitausend-Quadratmeter-Grundstücke, halbkreisförmige Auffahrten, zwei Meter lange Palmwedel, die ab und zu von einer der namensgebenden Palmen fielen wie die Federn eines mächtigen exotischen Vogels.
(Paula Treick DeBoard, Unter Wasser hört dich niemand schreien, Seite 12)

Infos zum Buch

Unter Wasser hört dich niemand schreien / Paula Treick DeBoard / Übersetzerin: Constanze Suhr / HarperCollins / 2017 / 450 Seiten / ISBN: 9783959676540 / Preis: 12,99 Euro / Jetzt online kaufen* / Verlagsinfo /

schonhalbelf

  • Juliana

    Manipulativ und perfide sind zwei Schlagworte, die mich in Verbindung mit Thrillern sofort anziehen. Der Vorname der Autorin (dafür kann sie wohl nichts :D) und das Cover erinnern zwar etwas an Into the water von Paula Hawkins, aber du hast mich mit deiner Rezension zusätzlich neugierig gemacht.

    Viele Grüße
    Juliana

    11. Oktober 2017 at 18:17 Antworten
  • Saskia

    Ich fand das Buch schon spannend, als du es bei den Neuerscheinungen vorgestellt hast. Das Cover erinnert zwar gar nicht an einen Thriller, aber schon die Beschreibung und auch deine Rezension lassen mich davon ausgehen, dass das ein Thriller ganz nach meinem Geschmack ist.
    Ich freu mich auf das Buch!
    Viele Grüße
    Saskia

    11. Oktober 2017 at 21:31 Antworten
  • Neri

    Ich finde auch, dass sich Das Buch sehr spannend anhört. Thriller gehören zu meinen favorisierten Genres.

    Neri, Leselaunen

    12. Oktober 2017 at 22:41 Antworten
  • Lotta

    Ich hatte das Buch auf der Messe in der Hand und fand den Klappentext richtig gut, da freue ich mich umso mehr jetzt bei dir eine Rezension zu finden, die so positiv ist. 🙂 Da weiß ich doch, welches Buch demnächst bei mir einziehen wird. 😀
    Danke!

    Liebst, Lotta

    17. Oktober 2017 at 9:28 Antworten

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