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Selfies von Jussi Adler-Olsen: Fall #7 für das Sonderdezernat Q

Für Selfies von Jussi Adler-Olsen einleitende Worte zu finden, ist gar nicht so einfach – ich vermute, dass fast jeder die wahnsinnig erfolgreiche Reihe rund um Carl Mørck und seine Arbeit im Sonderdezernat Q in Kopenhagen, einer Einheit für alte ungelöste Fälle, kennt. Ich habe bereits einige Bände der Reihe hier rezensiert und bin natürlich auch bei Selfies (dem mittlerweile siebten Band) mit dabei.

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Inhalt kurz zusammengefasst

In Carl Mørcks siebtem Fall Selfies wird der Vizepolizeikommissar von der Mordkommission in Kopenhagen um Mithilfe bei der Klärung eines brutalen Todesfalles gebeten: Eine ältere Frau wurde ermordet in einem Park aufgefunden. Schnell wird klar, dass es eine Verbindung zwischen dem aktuellen und einem einige Jahre zurückliegenden Fall gibt – an dem Tatort wurde nicht zum ersten Mal eine Leiche gefunden. In der Zwischenzeit bahnt sich eine neue Mordserie an: Junge Frauen, alle Sozialhilfeempfängerinnen, werden scheinbar grundlos von einem mysteriösen Autofahrer an- bzw. umgefahren.

Nachdem die Ermittlungen ein wenig vorangeschritten sind, wird klar, dass auch die Mordserie an den jungen Kopenhagenerinnen in Verbindung mit den beiden anderen Fällen steht: Carl Mørck und sein Team sind mehr denn je gefordert.

Apropos Team: Ausgerechnet während dieses anspruchsvollen Falls wird Rose von von ihrer Psyche endgültig in die Knie gezwungen. Sie versucht mit aller Kraft, dagegen anzukämpfen – bis sie plötzlich verschwindet und Mørck, Assad und Morton vor eine nervliche Zerreißprobe stellt, an die kein noch so grausamer Fall herankommt.

Wie war Selfies?

Ich habe nun schon an einigen Stellen gelesen, dass die Handlung von Selfies nicht überzeugt und einige Längen hat, kann mich aber weder dem einen, noch dem anderen anschließen.

Der siebte Fall für das Sonderdezernat Q steht für mich in keinem Punkt seinen Vorgängern in irgendetwas nach – er ist gewohnt spannend erzählt, Assad läuft wie jedes Mal zu neuen Höchstformen auf und auch Mørck sorgt mit seinem Humor für die gewohnte erstklassige Unterhaltung. Im Gegenteil, eigentlich gehört Selfies in meinen Augen besonders gelobt. Nicht nur die psychologisch komplexe Geschichte um Roses Vergangenheit wird nach jahrelangem Rätseln um die Gründe ihrer gespaltenen Persönlichkeit und ihres extremen Verhaltens endlich aufgerollt und erklärt. Auch der Kriminalfall an sich ist hochaktuell und setzt sich kritisch mit dem Leben und den oft nicht vorhandenen Perspektiven junger Menschen auseinander, die in sogenannten Problemvierteln aufwachsen.

Für mich ist die Reihe rund um Carl Mørck eine der ganz wenigen, die einfach nicht nachlässt und das ist gut so! Dementsprechend empfehle ich Selfies ohne Vorbehalte allen Freunden der Serie weiter.

Übrigens: Quellen kann ich nicht nennen (weil vergessen), aber ich habe gehört, dass Herr Olsen bereits zwei weitere Bände zugesagt hat und dass uns im achten Band endlich eine ähnliche Enthüllungsstory rund um Assad erwartet, wie sie im siebten Band um Rose erzählt wird.

Eine kurze Passage aus Selfies

In diesem benebelten Zustand befand sich Rose schon seit mehreren Tagen. Gerade kam es ihr so vor, als wenn ihr Körper zu klein sei für alles, was er in sich trug. Als fände ihr Gedankenchaos nicht mal in mehreren Gehirnen Platz. Wenn es ihr so ging und sie anfing, sonderbare Dinge zu tun, nur um einem drohenden Kurzschluss zu entgehen, brach sie irgendwann zusammen, das wusste sie.
(Jussi Adler-Olsen, Selfies, Seite 26)

Infos zum Buch

Selfies / Jussi Adler-Olsen / Übersetzer: Hannes Thiess / dtv / 2017 / 576 Seiten / ISBN: 978-3-423-28107-2 / Preis: 23,00 Euro / Jetzt online kaufen* / Verlagsinfo /

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schonhalbelf

  • Uwe

    Tolle Rezension, ich kann Dir allerdings nicht ganz zustimmen. Ich habe Selfies als Hörbuch gehört, meine Erwartung als großer Fan der Carl Mørck wurden nicht ganz erfüllt. Zu konstruiert waren die 5 Handlungsstränge. Gerade beim Hörbuch war es schwer hier alles richtig auseinander zu halten. Die exzentrische Rose kommt in dem Buch sehr schlecht weg, ich meine was der Autor ihr alles andichtet. Das ist dem guten dann doch zu viel. Spannung kommt meiner Meinung keine auf, da parallel zur Ermittlungsarbeit von Carl und Assad, man die Ausübung der Verbrechen quasi Live verfolgen kann.

    29. April 2017 at 10:06 Antworten
      • Uwe

        Ich will ja nicht spoilern, aber da Du mich fragst. Die Erklärung der seelischen Misshandlung über die schreckliche Kindheit fand ich schon überzeugend, aber ihr ‚Verhältnis‘ zu Männern das fand ich schon Suspekt. Genau das hat mich gestört, das war mir dann doch zu unrealistisch. Findest Du nicht auch?

        30. April 2017 at 13:10 Antworten
  • Sommermaedel22

    Hallo Inga,

    eine wunderschöne Rezension, die mich als großer Fan dieser Reihe natürlich sehr neugierig macht. Allerdings hatte ich mich mit dem letzten Teil sehr hart getan und würde mich um so mehr freuen, wenn mich Selfies packt und wieder mitreisen kann.
    Schönen Abend
    Corinna

    14. Mai 2017 at 20:56 Antworten

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