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Pinterest für Buchliebhaber und Buchblogger

Ich habe den Eindruck, dass Pinterest nicht nur unter Buchbloggern, sondern allgemein bei deutschsprachigen Buchliebhabern noch nicht so stark auf dem Radar ist wie andere Social Media Kanäle. Das ist gar nicht negativ gemeint, sondern bedauernd – Pinterest bietet sowohl nicht nur Buchbloggern, sondern auch begeisterten Lesern ohne Blog unzählige Inspirations- und Nutzungsmöglichkeiten! Wie ihr den Kanal als Leser und/oder Buchblogger für euch nutzen könnt, habe ich im Folgenden zusammengestellt – vielleicht springt ja ein wenig meiner Begeisterung auf euch über?

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Was bringt mir Pinterest?

Zugegeben, als ich vor Jahren das erste Mal von Pinterest gehört habe und dass man dort die Möglichkeit hat, schöne Bilder in Alben abzuspeichern, dachte ich mir nur: „Bilder suchen kann ich auch bei Google und speichern kann ich sie auf meinem Rechner.” Auch jetzt höre ich solche Aussagen immer wieder – das zeigt aber einfach nur, dass die Person sich noch nie näher mit Pinterest befasst hat. Dabei ist die Handhabung wirklich einfach und der Unterschied zur Google Bildersuche schnell erklärt: Ihr findet auf Pinterest ganz, ganz, ganz andere und 1.000x hochwertigere Bilder als bei Google. Bilder auf Pinterest haben zu 95% Magazinqualität und einen hohen visuellen Anspruch.

Zweiter Punkt ist das Speichern: Bilder, die ihr schön findet, verschwinden nicht in irgendeinem Ordner auf dem Rechner, mit dem es sowieso keinen Spaß macht, sich später noch einmal durch die Bilder zu klicken. Im schlimmsten Fall landen sie in eurem Gorleben-Ordner (= Ordner, in den alle Dateien kommt, bei denen man nicht weiß, wo man sie hinsortieren soll) und verschwinden dort zwischen Screenshots von Hotel-Buchungen und Kassenzetteln für die letzte Steuererklärung. Bei Pinterest habt ihr die Möglichkeit, für jedes Thema ein eigenes Album anzulegen, das ihr komfortabel immer wieder ansehen könnt – das kann beispielsweise „Buchregale” sein, aber auch ein Album zum Thema „Krimis, die ich lesen möchte” o. ä. Ihr versteht, was ich meine. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Es geht noch weiter: Ihr habt in diesem Album nicht nur einfach das Bild gespeichert, wie es in einem Ordner auf eurem Rechner der Fall wäre, sondern im Idealfall ist es direkt mit einem weiterführenden Link versehen. Beispiel: Ihr seht ein Bild von einem hübschen Buchcover, das euch interessiert. Klickt ihr zweimal auf das Bild, landet ihr beispielsweise auf einem Buchblog, auf dem das Buch direkt rezensiert wurde. Hinter nahezu jedem Bild auf Pinterest verstecken sich also weitere Inhalte.

 

Pinterest-Board zum Thema Lesen

 

Wie kann man Pinterest als Buchliebhaber und/oder Buchblogger nutzen?

Im vorigen Abschnitt habe ich Pinterest an sich vorgestellt. In diesem zweiten Teil soll es darum gehen, wie man Pinterest als Buchliebhaber und auch als Blogger für sich nutzen kann.

 

Für Leser:

1.) Überlegt euch Pinnwände, die zu euren Bedürfnissen passen. Ihr sucht Ideen, wie ihr all eure Bücher clever und hübsch unterbringen könnt? Legt ein entsprechendes Album an, sucht nach Begriffen wie „Buchregal”, „Book storage” oder „Shelf styling” und speichert Bilder mit Aufbewahrungslösungen, die euch gefallen (einfach mit dem Cursor auf das Bild gehen, dann rechts oben auf den roten „Merken”-Button klicken, gegebenenfalls einen Beschreibungstext einfügen und das Album eurer Pinnwand auswählen, in dem ihr das Bild speichern möchtet).

2) Wenn ihr nach Inspiration für neue Bücher seid, legt doch ein entsprechendes Album an und sucht einfach nach „Krimi”, „Liebesgeschichte” oder ähnlichem und geht vor, wie oben beschrieben.

3) Eine schöne Idee finde ich auch, sich eine Wunschliste anzulegen. Wie oft entdeckt man irgendwo neue Titel, die man irgendwann lesen und sich vormerken möchte? Hier könnt ihr eine weitere Funktion von Pinterest nutzen: Ihr könnt von jeder Website (also auch von Blogs) Bilder in euer Pinterest-Album pinnen und dort beispielsweise alle spannenden Bücher sammeln, die ihr in Zukunft lesen möchtet. Ihr könnt euch dafür entweder ein Plugin für euren Browser installieren oder kopiert euch die Bild-URL des Bilds, das ihr speichern möchtet (Rechtsklick auf das Bild, dann auf „Bildadresse kopieren”). Wechselt dann zu Pinterest und klickt oben rechts auf das rote Plus. Wählt dort „Über Website speichern” aus und fügt die gespeicherte URL des Bilds ein. Dann könnt ihr den Pin speichern wie oben beschrieben. Viele Blogs und Websites haben außerdem selbst einen Pin-it-Button integriert, der automatisch erscheint, sobald ihr mit dem Cursor über das Bild fahrt und mit dem ihr es komfortabel in einem Pinterest-Album eurer Wahl speichern könnt.

4) Rund um das Thema Lesen und Bücher gibt es eine Unmenge an Zitaten auf Pinterest – die helfen garantiert, wenn man mal eine Leseflaute hat oder einen passenden Spruch für ein Buchgeschenk o. ä. benötigt. Legt einfach ein Zitate-Album an und sucht nach „Zitate Lesen”, „Quotes books” oder anderen passenden Schlagworten.

 

Leben mit Büchern

 

Für Buchblogger:

1. Promotet euren Blog – Pinterest ist für viele Blogger mittlerweile die wichtigste Traffic-Quelle nach Google geworden. Heißt: Legt ein Album an, in das ihr Bilder eurer Rezensionen postet und den Link zu ihr hinterlegt.

2. Überlegt euch, welche Alben zum Thema Bücher und Lesen passen könnten, um neue Leser für euren Blog zu finden, die zufällig über eure Pins stolpern. Wählt passende Titel und Beschreibungen für eure Pinnwände, in denen relevante Keywords enthalten sind.

3. Wenn ihr fit in Bildbearbeitung seid, überlegt euch Pins mit Mehrwert und gestaltet passende Bilder, möglichst im vertikalen Format, da dieses auf Pinterest am besten dargestellt wird. Hier ein Beispiel von mir, das natürlich wieder auf den passenden Artikel auf meinem Blog verlinkt.

4. Wandelt euer Profil in ein Business-Profil um, um Statistiken einfacher einzusehen und herauszufinden, welche Pins bei euren Fans gut ankommen und welche eher nicht.

5. Wenn euch Fanwachstum wichtig ist, pinnt regelmäßig. Am besten täglich mehrere Bilder. Wenn ihr dafür keine Zeit habt, verwendet ein Tool, mit dem ihr das Veröffentlichen von Pins planen und automatisiert durchführen lassen könnt. Im Idealfall solltet ihr mindestens fünf Pins am Tag pinnen (das müssen keine eigenen Bilder sein, sondern können auch Repins sein). Jede eurer Pinnwände sollte mindestens 50 Pins enthalten.

6. Schließt euch, wenn ihr möchtet, Gruppenboards auf Pinterest an – weshalb und wie es funktioniert, erklärt Anne Häusler in diesem Artikel.

7. Installiert Rich Pins (einfach mal nach „Rich Pins Anleitung” googlen, es ist nicht so schwierig, wie es zunächst vielleicht aussieht).

8. Promotion: Verlinkt euer Profil in eurer Social Bar und sprecht über euren Account, um ihn bekannt zu machen.

9. Pinterest Forum: Registriert euch im Forum und erhaltet dort alle Neuigkeiten rund um Pinterest.

 

 

Die Sache mit der Sprache

Das mag nur für Blogger interessant sein, ich möchte aber kurz darauf eingehen: Ich habe in der Vergangenheit einige Diskussionen verfolgt, in denen es darum ging, ob man die Bildunterschriften besser in deutscher oder in englischer Sprache verfasst. Wie immer lautet die Antwort: Kommt darauf an. Eine höhere Reichweite erlangt ihr meiner Erfahrung nach logischerweise mit englischen Texten. In deutscher Sprache könnt ihr es hingegen schneller an die Spitze der deutschsprachigen Pinner schaffen, weil es von diesen einfach noch nicht so viele gibt. Wenn ihr an der Monetarisierung eurer Pinterest-Accounts interessiert seid, solltet ihr auch daran denken, welche Kunden ihr ansprechen möchtet. Einem deutschen Verlag, der sein Buch über eurer Pinterest-Profil promoten möchte, hilft eine Fanbase, die zu 90% aus den USA stammt, rein gar nichts – das fällt mir übrigens auch immer wieder bei Instagram auf. Was bringt es einem Unternehmen, das ein Produkt in Deutschland, Österreich und der Schweiz verkaufen möchte, wenn das Profil eines deutschen Buchbloggers 15.000 Fans hat, davon aber 13.500 aus den USA stammen? Nichts. Bzw. sollte es nur für eine Reichweite von 1.500 Personen bezahlen müssen und nicht für 15.000.

 

 

Und zuletzt

Jetzt wünsche ich euch einfach nur noch viel Spaß beim Pinnen! Wenn ihr auch auf Pinterest seid (egal, ob mit einem Buch-/Leseaccount oder mit ganz anderen Themen), lasst mir bitte unbedingt einen Kommentar mit dem Link zu eurem Profil da – so finden sich bestimmt viele neue Profile ein, denen man folgen kann.

schonhalbelf

  • Lexa

    Schön zusammengefasst 🙂
    Ich selbst nutze Pinterest auch für den Blog, aber habe daneben auch Pinnwände für schöne Bücherregale und ähnliches. Da kann man dann gut drin stöbern und träumen.
    LG Lexa

    12. Juni 2017 at 11:28 Antworten
  • Juliana

    Liebe Inga,

    danke für den Denkanstoß! Ich wollte mich heute mal mit der Frage auseinandersetzen, ob ich meinen Pinterest Account lösche oder nicht. Vor einer Weile habe ich mich dort angemeldet, dann ist es aber wieder im Sande verlaufen und total in Vergessenheit geraten. Du hast mir mit deinen Worten jetzt bei der Entscheidung geholfen und die benötigte Inspiration und Motivation gegeben, es doch auszuprobieren und dann aber auch so richtig einzurichten/beim Bloggen einzubinden.

    Viele Grüße und dir noch einen schönen Sonntag,
    Juliana

    2. Juli 2017 at 12:55 Antworten
  • nixzulesen

    Hey,
    Danke für diesen Blogartikel. Ich benutze jetzt seit ein paar Wochen Pinterest und bin noch nicht so erfolgreich gewesen. Ich hatte aber auch das Gefühl, dass deutsche Buchblogs noch eine art Nische sind und dort eher Muttis und Nähfreunde unterwegs sind. Darum habe ich ein paar Gruppenboards erstellt, zunächst für Krimi/Thriillerfans und auch für Buchklassiker und natürlich unseren eigenen Blog.

    19. Juli 2017 at 20:16 Antworten

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