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Meine Tipps für Lissabon

Tipps für Lissabon? Wird schonhalbelf jetzt zum Travel-Blog? Definitiv nein. Dafür reise ich auch viel zu wenig. Trotzdem habe ich Lust, hier ein wenig mehr neue Formate auszuprobieren und zu gucken, wie sie bei euch ankommen. Im September war ich eine Woche in Lissabon und da das bereits das zweite Mal innerhalb von zwei Jahren war, dachte ich, ich stelle allen, die beabsichtigen, bald mal nach Lissabon zu fliegen, meine Tipps zusammen – vielleicht bringen sie ja auch den ein oder anderen überhaupt erst auf die Idee, dieser schönen Stadt des Lichts und des Wassers mal einen Besuch abzustatten?

ANREISE & WOHNEN in Lissabon

Bevor es mit den Tipps für Lissabon losgeht, stellt sich natürlich zunächst die Frage des Transports und der Unterkunft. Erstere lässt sich relativ einfach beantworten: mit dem Flugzeug. Ich bin sowohl schon mit TAP (größte portugiesische Airline), Lufthansa als auch Brussels Airlines geflogen, aber bei einem so kurzen Flug (etwa 3.5 Stunden) kann man meiner Meinung nach nicht viel falsch machen.

Für den Weg in die Innenstadt empfehle ich euch den Aerobus für 3.50€. Achtung beim Rückweg zum Flughafen: Er fährt nicht ganz so zuverlässig wie ein deutscher Flughafenbus; plant lieber einen bis zwei Busse früher ein, um entspannt zum Flughafen zu kommen.

Ich habe während beiden Aufenthalten sehr zentral am Cais du Sodré gewohnt – das einzige öffentliche Verkehrsmittel, in das ihr dort nicht direkt einsteigen könnt, ist nur das Flugzeug. Alle anderen (Bus, Metro, Zug, Straßenbahn, Fähre) bieten euch dort die perfekte Basis für Ausflüge aller Art; außerdem liegt das historische Zentrum direkt vor eurer Nase.

Bezüglich der Unterkunft selbst kann ich euch zwei Optionen empfehlen. Wer ein Hotel bevorzugt, ist im LX Boutique Hotel sehr gut aufgehoben – ein Designhotel mit wunderbarer Aussicht auf die Altstadt oder den Tejo mit mindestens ebenso wunderbarem Frühstücksbuffet. Kleiner Tipp: Sagt / schreibt bei der Buchung, dass euch bezüglich des Badezimmers Privatsphäre wichtig ist, da es dort einige Zimmer mit komplett verglaster Wand zum Badezimmer gibt und das vielleicht nicht in jedermanns Sinne ist. Das ist aber auch wirklich das einzige Manko, ansonsten kann ich das Hotel mit seinen vielen individuellen und liebevoll gestalteten Zimmern sehr empfehlen.

Preisgünstiger ist das Mieten einer Ferienwohnung, von denen es in Lissabon sehr viele gibt. Hier kann ich euch die Wohnung, in der ich untergekommen bin, sehr empfehlen. Wenn euch dieser Artikel gefällt und ihr euch bei Airbnb registriert, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr das über diesen Link vornehmen würdet (ich erhalte dann einen Gutschein für meine nächste Buchung dort). Der Code der Wohnung: 1711206

Lissabon Ausflüge

Vorweg: Ihr müsst in Lissabon keine großen Ausflüge planen – lasst euch treiben, spaziert herum und ihr werdet viele wunderschöne Ecken finden. Ich verzichte an dieser Stelle auf einige typische Punkte des „Pflichtprogramms” und stell euch lieber meine persönlichen Höhepunkte zusammen.

Zur Orientierung empfehle ich euch dennoch einfach einen Stadtplan zu kaufen, ihn euch kostenlos im Tourismusbüro zu holen oder euch vorab die kostenlose App „Here” runterzuladen, die es euch ermöglicht, auch offline die Kartenfunktion für Lissabon zu nutzen.

Ozeanarium

Das Ozeanarium auf dem Expo-Gelände in Lissabon ist definitiv einen Ausflug wert und ein guter Programmpunkt für einen Tag, an dem das Wetter vielleicht nicht ganz so gut ist. Mit 17€ pro Erwachsenem ist der Eintritt nicht ganz günstig, aber für das Geld bekommt ihr wirklich etwas geboten. Das Ozeanarium Lissabon ist das zweitgrößte Meeresaquarium der Welt und steht selbst in einem großen Wasserbecken – mich erinnert es an eine Forschungsstation. Das Herzstück des Ozeanariums bildet ein riesiges Aquarium in der Mitte, um welches man immer wieder herumläuft und in dem es unter anderem Rochen, Haie und Mondfische zu sehen gibt. Neben vielen weiteren Aquarien mit Meerestieren aus verschiedensten Regionen der Erde gibt es auch Pinguine und – Achtung – Otter zu sehen.

Castelo de São Jorge

Sucht euch nicht den heißesten Tag dafür aus, aber besucht die Festungsanlage Castelo de São Jorge! Für 7€ Eintritt erhaltet ihr Zugang zur Festung und (viel wichtiger) einen unvergleichlichen Blick auf die Stadt Lissabon.

Cascais und das Meer

Gehört zum Thema Tipps für Lissabon dazu: das Meer. Von Lissabon ans Meer kommt ihr schnell und einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wem es nur darum geht, einen Strand zu haben und zu baden, sollte nach Carcavelos fahren (es gibt sicher noch schönere Strände, ich beziehe mich bei meinen Tipps aber nur auf Örtlichkeiten, die man mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichen kann). Wer Lust auf einen alten Küstenort, Felsen und kleine Buchten hat, sollte ein paar Stationen weiter nach Cascais fahren.

Botanischer Garten, Jardim da Estrela & Cemitério dos Prazeres

Eine wirklich schöne Tour führt zu den oben genannten Orten. Erklimmt den ersten großen Berg und besucht den Botanischen Garten (Jardim Botânico da Universidade de Lisboa). Wenn ihr vorher eine kurze Verschnaufpause benötigt, macht einfach Pause am Aussichtspunkt Miradouro de São Pedro de Alcântara. Nach dem Botanischen Garten geht ihr weiter zum Jardim da Estrela und genehmigt euch ein Eis oder ein kaltes Getränk. Weiter geht es dann noch ein Stück (circa zehn Gehminuten) zum Friedhof (Cemitério dos Prazeres). Er wurde 1833 errichtet und bildet unter anderem die letzte Ruhestätte für einige bedeutende Literaten. Besonders (für unseren Kulturkreis) ist, dass der Friedhof größtenteils aus überirdischen Grüften mit für die Besucher sichtbaren Särgen besteht. Wenn ihr vom Eingang aus immer geradeaus bis ans Ende geht, habt ihr übrigens auch eine tolle Sicht auf die bekannte Hängebrücke Lissabons (Ponte 25 de Abril).

Livraria Ler Devagar

Einen Besuch wert soll auch die Buchhandlung „Livraria Ler Devagar” sein, ich habe es dorthin aber leider nicht mehr geschafft.

Lissabon & Essen

Mercado da Ribeira

Das Schöne daran, wenn ihr einen meiner beiden Tipps für die Unterkunft beherzigt: Ihr wohnt in direkter Nähe der Markthalle Mercado da Ribeira und somit auch dem „Time Out”. Es handelt sich dabei um eine große Halle, in der rund 30 der besten Restaurants Lissabons kleine Büdchen betreiben, an denen ihr preisgünstig qualitativ hochwertiges Essen bestellen könnt. Gegessen wird in der Mitte der Halle an langen Tischen – besonders gut gefällt mir, dass man jede Mahlzeit von einem anderen Anbieter beziehen kann: Vorspeise beim einen, Hauptgang beim anderen und das Dessert … das solltet ihr euch definitiv bei Nós é Mais Bolos holen. Präzise gesagt schlage ich euch den Schokoladenkuchen mit einem Hauch Kakao vor. Aber gebt bitte danach nicht mir die Schuld, wenn ihr bis zum Ende eures Aufenthalts jeden Tag das Bedürfnis nach dieser Versuchung verspürt, okay?

Time Out market in Lissabon - schonhalbelf Reisetipps / Reisebericht

Eisdiele

Mein Thema! Für die Portugiesen unbegreiflich, für mich aber charakteristisch: Ich mag keinen Wein. Bier übrigens auch nicht. Weißwein und Rosé sind ab und zu mal in Ordnung, aber dieses ab und zu ist etwa ein bis zweimal im Jahr. Dafür sehe ich mich quasi als Eis-Sommelière und verfüge über einen sehr anspruchsvollen Geschmack in puncto Speiseeis. Das klingt vielleicht lustig, aber ich meine es ernst. Worauf ich hinaus möchte: Glaubt nicht den Reiseführern, die sagen, Santini sei die beste Eisdiele Lissabons. Glaubt auch nicht den Menschen, die Schlange vor den Santini-Filialen stehen, sie wissen es einfach nicht besser. Lasst sie einfach links liegen und geht zu Gelato Davvero hinter dem Mercado da Ribeira. Bestes.Eis.überhaupt. Ich habe wirklich viele Sorten dort getestet (ja ok, ich gebe es zu, ich war jeden Tag da und habe drei Kugeln gegessen) und alle, wirklich alle, waren fantastisch. Und da ihr in Lissabon seid, zahlt ihr dort für drei Kugeln mit Sahne (!) ganze 2,40€.

Parkhaus

Danach könnt ihr eigentlich direkt weiter zum Parkhaus gehen. Adresse: Calçada do Combro, 58. Ihr geht in das Parkhaus, steigt in den Aufzug und fahrt ins oberste Stockwerk. Lasst euch nicht irritieren, die Bar ist nirgends ausgeschildert. Einfach hochfahren und dem Klang der Musik folgen. Dann einen Cocktail (also meiner war lecker) bestellen und den Sonnenuntergang genießen. Das Besondere an dieser Rooftop Bar ist, dass ihr nicht (wie auf den verschiedenen Miradouros) von oben über die Stadt guckt, sondern mittendrin steht – schwer zu beschreiben, aber ihr seid einfach dichter dran und selbst Teil des Panoramas.

Atira-te ao Rio

Und jetzt noch der beste Tipp unter den Tipps für Lissabon für all jene, die bis hierhin gelesen haben. An eurem letzten Abend nehmt die Fähre und fahrt rüber auf die andere Seite des Tejos. Haltet euch etwa zehn Minuten lang rechts und geht immer am Ufer entlang, bis ihr das Atira-te ao Rio erreicht – das bedeutet übrigens übersetzt so viel wie „Schmeiß dich in den Fluss”. Der Name liegt in der Lage des Restaurants begründet, das sich unmittelbar am Fluss befindet und euch einen wunderschönen Blick auf die Stadt und die Ponte 25 de Abril bietet. Dort esst ihr dann das vermutlich beste Essen eures gesamten Aufenthalts in Lissabon. Es ist eigentlich ein Fischrestaurant und ich habe Ärger bekommen, weil ich keinen Fisch bestellt habe (tja, Fisch und Meeresfrüchte esse ich nämlich auch nicht), aber auch für Fisch-Verweigerer gibt es zwei Gerichte. Ich kann euch sagen, das war das beste Steak, das ich seit langem gegessen habe. Wichtiger Tipp: Reserviert unbedingt vorher und zwar telefonisch. Es steht zwar eine Mailadresse auf der Website, aber meine Mail wurde niemals beantwortet. Wichtiger Tipp Nummer zwei: Das Abendessen wird erst ab 19.00 Uhr serviert.

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