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Ich, Eleanor Oliphant von Gail Honeyman

Zu Ich, Eleanor Oliphant von Gail Honeyman kam ich eher zufällig – ich habe ein Hörbuch ohne Mord und Totschlag gesucht, dem man auf einer langen Autofahrt gut folgen kann. Am besten in die Wohlfühlrichtung, nichts zu Dramatisches. Beim Scrollen durch diverse mögliche Hörbücher bin ich schließlich an Ich, Eleanor Oliphant hängen geblieben und habe es mir auf gut Glück heruntergeladen.

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Inhalt kurz zusammengefasst

Eleanor Oliphant ist Ende zwanzig und arbeitet in einer Agentur. Klingt vielleicht erstmal cool, ist es aber nicht – sie arbeitet in der Buchhaltung, wird von ihren Kollegen für ihre Verschrobenheit verspottet und ist jeden Tag einfach nur froh, wenn sie wieder nach Hause gehen kann, obwohl sie dort letztlich auch nur ihr Dasein fristet. Soziale Kontakte hat sie keine. Mit starren Strukturen hat sie sich eine Routine aufgebaut, die unter anderem den Konsum von nicht unbeträchtlichen Mengen Alkohol beinhaltet und von nichts durchbrochen werden darf. Zu dieser Routine gehört auch der wöchentlich eingehende Anruf ihrer Mutter, dessen Zweck nur darin besteht, Eleanor zu gängeln, zu maßregeln und zu verspotten.

Klingt nach einem tristen Dasein – bis sich Eleanor unsterblich in den Sänger einer Band verliebt, mit dem sie noch nie ein Wort gewechselt hat. Hin und weg von ihm schmiedet sie einen Plan, wie sie ihn kennenlernen kann und wie ihr gemeinsames Leben aussehen wird. So, und jetzt sind wir allerdings nicht in einem Roman von Nicholas Sparks, sondern von Gail Honeyman.

Es kommt nämlich alles ganz anders, als Eleanor er sich erhofft hat. Nach einigen bedeutungsvollen Begegnungen in ihrem Leben und dem für die Heldenreise obligatorischen Tiefpunkt der Geschichte gelingt es Eleanor schließlich, über ihren Schatten zu springen, sich von ihrem Eremiten-Lifestyle zu verabschieden und ihr Leben in die Hand zu nehmen.

Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

Wie war Ich, Eleanor Oliphant?

Während des Hörens dachte ich immer mal wieder an andere Romane und Autoren – von Nicholas Sparks bis Cecelia Ahern, doch letztlich würde ich mit diesem Vergleich Gail Honeyman dann doch nicht gerecht werden. Ihr Roman Ich, Eleanor Oliphant ist wesentlich spezieller und ganz anders aufgebaut als typische Liebesromane. Vielleicht eben auch darum, weil Ich, Eleanor Oliphant in meinen Augen kein Liebesroman ist. Im Fokus steht keine Liebesbeziehung, sondern Eleanor, die noch immer mit den Folgen emotionalen Missbrauchs und eines Traumas aus der Kindheit kämpft und im Laufe des Romans den Weg in ein „normales” Leben findet. Von zurückfinden kann nicht die Rede sein, da sie vorab nie ein „normales” Leben geführt hat.

Ich bin weder Psychotherapeutin noch Psychologin und kann daher nicht mit Sicherheit sagen, ob die beiden oben beschriebenen Probleme die einzigen sind, die Eleanors Psyche belasten. Es kann gut sein, dass sie auch an einer Form des Autismus erkrankt ist, was mich wiederum an Das Rosie-Projekt erinnert, wobei ich in diesem direkten Vergleich Ich, Eleanor Oliphant wesentlich origineller finde. Soziale Phobie könnte auch hinkommen.

Ich tue mich etwas schwer damit, die richtigen Worte für diese Geschichte zu finden – ich schätze, dass sie viele eiskalt erwischt hat. Es geht eben nicht um eine junge Frau mit ein paar Macken, die sich in den schier unerreichbaren tollen Sänger einer Band verliebt, ihn durch Zufall kennenlernt und dann den romantischsten Heiratsantrag aller Zeiten von ihm erhält. Nein, es geht um eine schwer gebeutelte junge Frau, die ein absolut trauriges Leben führt und jeden Tag gegen die Erinnerungen an ihre Vergangenheit kämpft, inklusive Wahnvorstellungen, Alkoholmissbrauch und … . Und dennoch sehr humorvoll und berührend erzählt. Ich, Eleanor Oliphant ist vor allem eine Geschichte, die Mut macht – nachdem man Eleanor durch diese unglaublich aufregende und -reibende Phase ihres Lebens begleitet hat, wird man als Leser nämlich mit einem positiven Gefühl entlassen.

Alles in allem für mich ein hörenswertes, sehr unterhaltsames Hörbuch, das – das muss ich an dieser Stelle wirklich hervorheben – sehr gut gelesen wurde! Laura Maire hat sich perfekt in die Rolle der Eleanor hineingedacht und transportiert beispielsweise durch die Passagen, in denen Eleanor mal wieder überdeutlich spricht, eine Komik, die vermutlich sogar vielen, die „nur” das Buch lesen/gelesen haben, verborgen bleibt/geblieben ist. Ich mochte diese Geschichte und würde definitiv auch ein vielleicht in Zukunft erscheinendes zweites Buch von Gail Honeyman lesen oder mir als Hörbuch anhören.

Infos zum Buch

Ich, Eleanor Oliphant / Gail Honeyman / Übersetzerin: Alexandra Kranefeld / Gelesen von: Laura Maire / Lübbe Audio Hörbuch / 2017 / 431 Minuten (gekürzte Lesung) / ISBN: 978-3-7857-5473-3 / Preis: ca. 27,00 Euro / Jetzt online kaufen*/ Verlagsinfo /

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schonhalbelf

  • Nela | Livricieux

    Ich habe das Buch auch richtig toll gefunden. Eleanor ist als Charakter total spannend zu beobachten, mit all ihren Ecken und Kanten und Problemen.
    Es freut mich, dass dir das Hörbuch zugesagt hat.
    Grüessli

    23. September 2017 at 12:52 Antworten
  • Neri

    Oh, danke für den tollen Tipp und die Inspiration. Das klingt für mich sehr interessant, vor allem auch, weil ich ein gutes Hörbuch suche.

    Neri, Leselaunen

    23. September 2017 at 15:55 Antworten
  • Lisa Friedrich

    ich liebe dieses Hörbuch!
    Ich habe es heute beim Arbeiten angehört, damit war den ganzen Tag Zäube streichen auch gar nicht weiter schlimm 😀
    Danke für diesen tollen Tipp! 🙂

    26. September 2017 at 17:33 Antworten
  • Johanna

    Hach, das Buch war wirklich etwas besonderes. Ich habe ca. ab der Hälfte dann auch das Hörbuch gehört und nicht mehr das Buch gelesen weil ich zwischenzeitlich irgendwie rausgekommen bin. Aber das Hörbuch war noch mal wirklich eine tolle Erfahrung, ich gebe dir vollkommen Recht, dass es ganz toll gelesen wurde!

    Liebe Grüße 🙂

    2. Oktober 2017 at 13:12 Antworten

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