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Gillian Flynn – Broken House / Düstere Ahnung

Ein Thriller für eine Stunde – genau genommen für 45 Minuten, zumindest habe ich so lange für die 64-seitige Kurzgeschichte von Gillian Flynn benötigt. Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Es fällt mir schwer, hier ein abschließendes Urteil zu fällen. Falls ihr euch über die Zitrone wundert: Sie ist die erste genießbare Zitrone meines Zitronenbaums und ich musste ihr ein Denkmal in Form dieses Fotos setzen.

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Inhalt kurz zusammengefasst

„Nerdy“ (der Leser erfährt lediglich ihren Spitznamen) hatte alles andere als eine behütete Kindheit und verdient sich mittlerweile ihr Geld mit sexuellen Dienstleistungen und Wahrsagerei. Eines Tages taucht Susan Burke an ihrer Arbeitsstätte auf, um bei Nerdy Rat zu suchen: Sie ist der Überzeugung, dass in ihrem viktorianischen Haus mysteriöse Dinge geschehen und dass das Böse Besitz von ihrem Stiefsohn ergriffen hat. Nerdy wittert ihre Chance (auch wenn sie selbst nicht an böse Geister glaubt) und bietet ihrer Kundin an, gegen Bezahlung ihr Haus von den negativen Schwingungen zu befreien. Burke nimmt das Angebot an. Schon kurz nach dem Aufnehmen ihrer Tätigkeit spürt Nerdy, dass tatsächlich etwas Böses im Hause ihrer Auftraggeberin lauert – und zwar nicht in Form eines Geists.

Wie war’s?

Ich bin nicht überzeugt. Gone Girl hat mich damals wirklich gefesselt; ich empfand es als sehr gut konstruiert und geschrieben. Natürlich ist kein unmittelbarer Vergleich zu Broken Haus ziehbar, da es sich bei letzterem um eine Kurzgeschichte handelt, dennoch war ich ein klein wenig enttäuscht. Wirkliche Spannung ist bei mir nicht aufgekommen. Ich verstehe Flynns Versuch, mit klassischen Schauerromanen zu spielen (altes Haus, in dem in vergangenen Zeiten etwas Schreckliches geschehen ist, das die neuen Besitzer einholt) und dann eine Wendung einzubauen, aber so richtig umgehauen hat mich das Ganze nicht. Vielleicht war die Geschichte dafür einfach wirklich zu kurz – die Idee an sich hätte auch das Zeug zu einem Roman mit viel mehr Irrwegen für den Leser gehabt. Vielleicht hätte sie mir dann besser gefallen.

Eine kurze Passage aus dem Buch

„Es war das letzte viktorianische Haus in einer Reihe kastiger Neubauten. Wunderschön und grimmig sah es aus mit seinen kunstvollen Zierleisten und dem dunkelgrauen geriffelten Mauerwerk. Ein steiles vorspringendes Dach, das über der Vorderfront hing wie ein Stirnrunzeln.“
(Gillian Flynn, Broken House, Seite 27)

Infos zum Buch

Broken House / Gillian Flynn / Fischer / 2015 / 64 Seiten / ISBN:978-3596036837 / Preis: 6,00 Euro /

schonhalbelf

  • lisa

    Klingt tatsächlich so, als bräuchte die Story mehr Zeit um einen richtig zu packen. Trotzdem hat mich das Zitat so umgehauen, dass ich jetzt drüber nachdenke mal einen Blick reinzuwerfen.

    8. April 2016 at 18:21 Antworten

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