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Frauen, die lieben – Emma Straub

An Frauen, die lieben bin ich ganz unvoreingenommen herangetreten – von Emma Straub habe ich bislang noch nichts gelesen, aber (zwischen-)menschliche Beziehungen als Thema für einen Roman finde ich so gut wie immer spannend, daher hat mich die Inhaltsangabe sofort angesprochen. Während meines Urlaubs habe ich Frauen, die lieben dann innerhalb von zwei Tagen durchgelesen und sehr zufrieden wieder zugeschlagen. Und während ich das hier schreibe, habe ich ein Lächeln auf den Lippen, wenn ich daran zurückdenke.

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Inhalt kurz zusammengefasst

Schauplatz: New York. Die Immobilienmaklerin Elisabeth findet zufällig heraus, dass ihr Mann Andrew sie während des gemeinsamen Studiums mit einer Freundin / Feindin betrogen und es ihr bis dato verschwiegen hat.

Auch bei ihrer besten Freundin Zoe und deren Frau Jane läuft es beziehungstechnisch mehr eckig als rund. Zoe sieht in ihrer Frau zwar eine passende Geschäftspartnerin für ihr gemeinsames Restaurant, hinterfragt aber die eigentlich wichtigere Liebesbeziehung der beiden.

Aufgelockert wird das Ganze durch die fast erwachsenen Kinder der beiden – Harry, Elizabeths Sohn und Ruby, der wilden Tochter von Zoe und Jane. Beide befinden sich in der berühmten und schönschrecklichen Zeit vor bzw. kurz nach dem Schulabschluss, in der sie sich mit dem Wissen orientieren müssen, dass von den jetzigen Entscheidungen ihr restliches Leben abhängen wird.

Wer jetzt aber an einen schwermütigen, möchtegernphilosophischen Roman denkt, liegt völlig falsch. Trotz der Ernsthaftigkeit der Themen ist Frauen, die lieben mit einer wunderbaren Leichtigkeit und mindestens einhundert Augenzwinkern geschrieben.

Wie war Frauen, die lieben?

Ich bin zugegeben etwas überrascht, dass dieser Roman noch nicht so viel Beachtung bekommen hat; weder auf Blogs noch anderswo. Nicht mal eine mickrige Sternchenbewertung auf Amazon hat es bekommen! Liegt es vielleicht am farbenfrohen Cover mit schnörkeliger Schrift, das einen seichten Frauenroman à la Ildiko von Kürthy o. ä. suggeriert? Ich kann euch nur sagen, dass dem nicht so ist.

Emma Straub setzt sich in Frauen, die lieben mit vielen aktuellen Fragestellungen rund um Beziehungen auseinander und scheut sich nicht davor, ein gleichgeschlechtliches Paar zu den Hauptakteuren zu machen – und zwar völlig ohne abgedroschene Klischees, die einen nur mit den Augen rollen lassen.

Genau so setzt sie sich mit einer konventionellen Mutter-Vater-Kind-Familie auseinander, die nicht nur vor Herausforderungen ihres (aber eben nur fast) erwachsenen Sohns gestellt wird, sondern auch mit einem nach Jahrzehnten entdeckten Seitensprung umgehen muss.

In meinen Augen ist Frauen, die lieben ein ehrlicher, sensibler Generationenroman über existenzielle Fragestellungen, in denen sich jeder Leser an der ein oder anderen Stelle wiederfindet. Doch trotz der eigentlich ernsthaften Themen strotzt der Roman vor Witz und Leichtigkeit, sodass man sich während des Lesens einfach nur rundum wohl fühlt – zumindest ging es mir so.

Frauen, die lieben ist für mich ein empfehlenswertes Frühlingsbuch, das Leichtigkeit und Tiefgang perfekt miteinander verbindet. Go, Emma, go, sage ich da nur.

Eine kurze Passage aus dem Buch

Glühwürmchen begannen zu flimmern, und Harry drehte sich um, um einem Lichtpunkt nachzusehen, der in einen Baum flog. Das Garagentor ging ein Stück weiter auf, seine Mom duckte sich darunter hinweg und streckte ihren Kopf heraus. „Harry, bist du das?” Die Luft roch nach Herbst, und Harry beobachtete, wie die Leuchtkäfer bis unter das Blätterdach schwebte, ehe er sich umdrehte.
(Emma Straub, Frauen, die lieben, Seite 403)

Infos zum Buch

Frauen, die lieben / Emma Straub / Übersetzerin: Gabriela Schoenberger / Droemer HC / 2017 / 416 Seiten / ISBN: 978-3-426-28170-3 / Preis: 19,99 Euro /

schonhalbelf

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