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Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt – Der Mann, der kein Mörder war

Mit „Der Mann, der kein Mörder war” und somit dem ersten Teil der Reihe um Sebastian Bergmann bin ich reichlich spät dran, aber das Schöne an Büchern ist ja, dass sie geduldig sind und man sich ihnen auch nach Jahren zum ersten Mal widmen kann.

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Inhalt kurz zusammengefasst

Roger, Schüler eines traditionsreichen Elite-Internats in Schweden, wird vermisst. Kurz darauf finden Kinder seine Leiche mit herausgerissenem Herzen. Was zunächst wie das Ergebnis ausgearteten Mobbings aussieht, entpuppt sich als wesentlich komplexer.

Nicht nur der Direktor des Internats ist in Aufruhr; auch das Ermittlungsteam, das den Fall lösen soll, wird durch den Neuzugang Sebastian Bergmann kräftig durchgeschüttelt. Der genau so intelligente wie arrogante Kriminalpsychologe macht es dem Team nicht leicht, sich mit ihm anzufreunden, trägt aber dafür zur allgemeinen Erheiterung des Lesers bei.

In diesem Krimi ist nichts, wie es scheint – Moment, scheint da überhaupt etwas?

Wie war’s?

Ich habe mich schwer getan. Nach der ersten Hälfte habe ich überlegt, es komplett wegzulegen. Der Fall kam für mich nicht richtig in Schwung, das Ermittlungsteam hatte mir zu viele Mitglieder, deren Namen ich mir ewig nicht merken konnte. Bergmann war der einzige, der mich ein wenig bei Laune hielt, aber eigentlich wünschte ich mir Carl Mørck und Assad herbei.

Gegen Ende und nach einigen Irrwegen war dann auch bei mir endlich das Interesse geweckt, wer Roger ermordet hat. Völlig überraschend fand ich die Auflösung allerdings dann doch nicht. Das einzige, was mich ab der zweiten Hälfte wirklich bei der Stange gehalten hat, waren die privaten Geschichten rund um die Ermittler, insbesondere natürlich Sebastian Bergmann.

Weshalb der Krimi von vielen Kritikern als absolut genial oder gar brilliant bezeichnet wird, erschließt sich mir dennoch nicht ganz. Es war in meinen Augen eine solide, spannende Geschichte mit interessanten Charakteren, aber vom Hocker gehauen hat mich das alles nicht. Ich bin noch unschlüssig, ob ich die Serie fortsetzen soll oder nicht – die privaten Schicksale der Ermittler reizen mich, aber in einem Krimi sollte für mich dennoch der Fall das Element sein, wegen dessen ich das Buch lese. Vielleicht lag es auch an mir, dass ich ich mich nicht so recht auf das Ganze einlassen konnte …?

Mich würden eure Meinungen interessieren – seid ihr Hjorth & Rosenfeldt Fans oder ging es euch ähnlich wie mir? Nehmen die darauf folgenden Bände noch Fahrt auf? Oder mache ich besser mit Teil 3 von Jussi Adler-Olsen weiter?

Eine kurze Passage aus dem Buch

„Niemand ist ein Mörder – bis er jemanden umbringt.” Clara betrachtete Sebastian, der mit einem Mal völlig desinteressiert wirkte und gänzlich unberührt von den Ereignissen schien, die sich auf dem Grundstück abgespielt hatten. Er trommelte mit den Fingern auf einer Zeitung herum, als sei nichts Außergewöhnliches passiert. „Sie haben also nicht vor, mir zu helfen?” „Ich habe Gelbe Seiten im Haus, ich könnte unter A wie Anwalt nachschlagen.”
(Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt, Der Mann, der kein Mörder war, Seite 114)

Infos zum Buch

Der Mann, der kein Mörder war / Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt / Übersetzerin: Ursel Allenstein / Rowohlt / 2013 / 624 Seiten / ISBN: 978-3499256707 / Preis: 9,99 Euro /

schonhalbelf

  • Cornelia

    Ich bin ein großer Fan von sowohl Hjorth & Rosenfeldt sowie auch von Jussi Adler Olsen. Ich finde, die Reihe von Hjorth & Rosenfeldt fängt mit einem guten, soliden Buch an, das nicht schlecht ist, einen aber auch nicht umhaut. Verhalten mit Luft nach oben. Das ändert sich bereits mit dem zweiten Fall: Es wird komplexer und spannender, die privaten Verwicklungen der Ermittler nehmen zu und werden wichtiger, ja, sie nehmen auch an Gewicht zu, überlagern den eigentlichen Fall aber nicht. Eigentlich bin ich auch überhaupt kein Fan davon, wenn die Ermittler und ihre privaten Sorgen und Nöte eine zu große Rolle spielen, aber ich finde, Hjorth & Rosenfeldt gelingt es sehr gut, Privatleben der Ermittler und den eigentlichen Fall zu verweben und in eine „Harmonie“ zu bringen, so dass man als Leser darauf brennt zu erfahren, wie es mit beidem weitergeht. Aber wie gesagt, das entwickelt sich erst im Laufe der Bücher und manche der Ermittler werden einem auch nicht unbedingt sympathischer… 😉

    Die Bücher von Jussi Adler Olsen dagegen starten gleich mit einem richtigen Knaller, ich war hellauf begeistert von carl Morck und natürlich von Assad, dazu noch richtig großartige, spannende Fälle…. Privatleben, die zwar eine wichtige Rolle spielen, aber nicht zu sehr ins Gewicht fallen – eigentlich perfekt. Leider aber finde ich, dass die Fälle stark abnehmen. Die ersten drei Bücher sind super bis sehr gut, aber danach wird’s leider ziemlich lasch.

    Als kurzes, knackiges Fazit würde ich sagen, dass es bei H & R langsam von 0 auf 100 geht und bei J A O leider von 100 gen 0.

    1. September 2016 at 15:06 Antworten

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