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Das Kleiderschrank-Projekt – Anuschka Rees

Mein Weg zu Das Kleiderschrank-Projekt von Anuschka Rees war ein ziemlich langer: Ich habe vor einigen Jahren begonnen, Anuschka Rees‘ Modeblog (der damals noch Into Mind hieß) zu lesen, in welchem sie sich damit beschäftigt, einen optimalen Kleiderschrankinhalt zu kreieren, aus dem man möglichst viele Outfits zusammenstellen kann. Weitere Themen sind bewusster Konsum, die Qualität der Kleidung sowie das Finden des eigenen Stils. Ich erinnere mich noch, dass sie damals irgendwann angekündigt hat, an einem Buch zu schreiben, habe das aber nicht weiter verfolgt und aus den Augen verloren. Irgendwann habe ich auch aufgehört, ihren Blog zu lesen – ich fand die Artikel zwar inhaltlich immer sehr gut und inspirierend, teilweise jedoch nicht umsetzbar. Oftmals gab es kleine Aufgaben und Tipps, für deren Umsetzung man ein wenig Zeit benötigt und die hatte ich nie, wenn ich meinen Blogfeed durchgegangen bin.

Im Laufe der letzten Monat bin ich dann online dann öfter über Das Kleiderschrank-Projekt gestolpert und habe erst mit der Zeit realisiert, dass das das schon lange angekündigte Buch sein muss. Die Aufmachung hat mich sofort angesprochen und auch das Thema, möglichst effizient zu shoppen, um einen perfekten Kleiderschrankinhalt zu haben (wenn es den überhaupt gibt), ist eins, mit dem ich mich seit Langem beschäftige. Kurz gesagt: Ich musste Das Kleiderschrank-Projekt haben.

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Inhalt kurz zusammengefasst

Wovon Das Kleiderschrank-Projekt handelt, ergibt sich eigentlich bereits aus dem vollständigen Titel: Das Kleiderschrank-Projekt. Systematisch zum eigenen Stil und zu bewusstem Modekonsum. Ziel des Buchs ist, mit Hilfe zahlreicher Tipps, Fragestellungen und Aufgaben zu einem perfekt kuratierten Kleiderschrank zu finden, der optimal zu den individuellen Bedürfnisse und Präferenzen seiner Besitzerin einzahlt.

Die studierte Sozialpsychologin und Modebloggerin Anuschka Rees gibt dem Leser mit ihrem ansprechend gestalteten, 272-seitigen Buch einen Ratgeber in puncto Garderoben-Optimierung und Styleberatung an die Hand, der nicht wie ein Ratgeber daherkommt, sondern ganz nebenbei auch eine riesige Inspirationsquelle ist.

Um das oben genannte Stadium des „perfekten” Kleiderschrankinhalts zu erreichen, bedarf es einiges an Beobachtungsgabe, Kreativität und Urteilsvermögen – klingt vielleicht anstrengend, wird von der Autorin aber spielerisch und Schritt für Schritt angeleitet: Von einer Bedarfsanalyse über Tipps zum Finden des eigenen Stils oder zum erfolgreichen Ausmisten zeigt Rees auch auf, wie man seinen eigenen Stil finden, bewusster konsumieren und gute von schlecht verarbeiteter Kleidung zu unterscheiden, um möglichst nachhaltig einkaufen zu können.

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Wie war Das Kleiderschrank-Projekt?

In meinen Augen ist Das Kleiderschrank-Projekt absolut gelungen. Das Buch besticht durch eine hochwertige Aufmachung (Gestaltung, Fotos, Typografie, Seitenstärke etc.), eine angenehme Tonalität (kein Belehren, nicht esoterisch angehaucht wie andere Bücher, die sich mit ähnlichen Themen befassen) und durch praktikable Tipps, die für jeden Leser anwendbar sind.

Anuschka Rees hält nichts von Farbtypen, Stylingregeln, vorgegebenen Budgets oder eines Mindestbestands bestimmter Kleidungsstücke – und genau das ist meiner Meinung nach der große Pluspunkt ihres Buchs. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Ratgeber oder Artikel zum Thema Mode und Stil  zu sehr einengen, den Leser in bestimmte Schubladen stecken wollen („Wenn Sie im Büro arbeiten, benötigen Sie mindestens sieben weiße Blusen, die jeweils mindestens acht Knöpfe besitzen sollten.”) oder einfach finanziell utopische Kleidungsstücke propagieren, deren Kauf man oftmals nicht in die Realität umsetzen kann.

In Das Kleiderschrank-Projekt hingegen wird man als Leser dazu ermutigt, seinen individuellen Bedarf zu ermitteln, beim Kauf neuer Kleidung systematisch(er) vorzugehen und dank guter Vorbereitung in puncto Stil und Qualitätskontrolle treffsicherer zu kaufen, um möglichst lange Freude an den ausgewählten Stücken zu haben.

Daumen hoch! In meinen Augen wird Das Kleiderschrank-Projekt bzw. The Curated Closet momentan zurecht von vielen Zeitschriften und Bloggern / YouTubern angepriesen. Definitiv eine Empfehlung für alle, die sich mehr mit dem Inhalt ihres Kleiderschranks auseinandersetzen, sich wohler in ihrer Haut fühlen und beim Shoppen auch langfristig das Beste aus ihrem Budget herausholen möchten.

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Inspiration

Allen, die Lust darauf haben, ihr persönliches Kleiderschrank-Projekt in Angriff zu nehmen und Outfits zu sammeln, empfehle ich mein Pinterest-Board dazu – neben dem Auftritt von schonhalbelf auf Pinterest habe ich auch noch ein „privates” Profil. Vielleicht habt ihr ja einen ähnlichen Geschmack wie ich? Hier auf dem Blog zeigt Pinterest übrigens nur eine kleine Vorschau an, auf Pinterest selbst (einfach auf das Album klicken) ist das Album wesentlich umfangreicher. Verratet mir gerne auch per Kommentar euren Namen bei Pinterest, ich stöbere gerne auf neuen Profilen!

Outfit-Inspirationen von schonhalbelf

 

Einen Blog, der sich mit dem Thema auseinandersetzt, und der mir gut gefällt, ist Un-Fancy. Auch Anna von The Anna Edit scheint sich in letzter Zeit für das Thema zu interessieren und veröffentlicht momentan regelmäßig thematisch passende Videos auf ihrem YouTube Channel.

Infos zum Buch

Das Kleiderschrank-Projekt. Systematisch zum eigenen Stil und zu bewusstem Modekonsum. / Anuschka Rees / Übersetzerin: Rasha Khayat / Dumont / 2017 / 272 Seiten / ISBN: 978-3-8321-9926-5 / Preis: 28,00 Euro / Online kaufen / Verlagsinfo /

schonhalbelf

  • Saskia

    Ich war schon ganz gespannt auf deinen Beitrag zu diesem Buch, nachdem du es auf Instagram schon mehrmals gezeigt hast. Ich hatte auch Bedenken, dass mit bestimmten „Regeln“ gearbeitet wird, wie zB. „Jeder braucht x schwarze Jeans, x blaue Jeans, x Röcke…“. Dabei ist jeder Stil anders und darum geht es ja eigentlich auch: seinen eigenen Stil zu finden und keine Fehlkäufe mehr zu tätigen.
    Aber dieses Buch hört sich genau nach dem an, was ich suche 🙂
    Liebe Grüße
    Saskia

    20. April 2017 at 13:42 Antworten
  • Christine

    Vielen Dank, dass du das Buch so ausführlich vorgestellt hast! Das ist gerade das richtige fürs Wochenende! Ich folge schon lange Un-Fancy und habe letzte Woche meinen Kleiderschrank radikal ausgemistet und für den Sommer bereit gemacht und was soll ich sagen, ich habe wirklich mehr anzuziehen und sehe auch viel besser aus, so eine Wohltat. Ich hoffe, dass mir das Buch dabei helfen wird, meinen Stil noch genauer zu definieren. Seit ich Mama bin, hat sich der ein bisschen ändern müssen 🙂 dein Pinterest-Board ist übrigens großartig, denn, das ist GENAU was mir gefällt bzw. was ich gerne trage. Da werde ich mir jetzt gleich noch einen Kaffee einschenken und ein bisschen weiterstöbern bei dir – bis das Buch kommt 🙂

    21. April 2017 at 8:42 Antworten

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